27.09.2004

INFINEONPrämie für den Ex?

Ein halbes Jahr nach dem abrupten Abgang von Ulrich Schumacher als Boss des Münchner Chipherstellers Infineon herrscht an der Konzernspitze noch immer Zwist, wie viel Geld dem Ex-Manager zusteht. Aufsichtsräte kritisieren, dass es dem Chef des 16-köpfigen Kontrollgremiums, Max Dietrich Kley, bislang nicht gelang, sich mit Schumacher vor allem über dessen variable Vergütung zu einigen. Kley hatte seinem Ex-Schützling noch Ende 2002 einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag ausgestellt, der neben einem Festgehalt von rund 600 000 Euro hohe erfolgsabhängige Bonuszahlungen vorsieht. Im Protokoll der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am 25. März 2004 wurde zunächst vermerkt, dass Schumacher, der damals auf Druck Kleys um Entbindung von seinen Vorstandspflichten bat, sein Gehalt bis 2007 erhalten soll. Der Passus musste später jedoch geändert werden, weil die Arbeitnehmerseite protestierte. Wie Mitglieder des Gremiums berichten, droht der Konflikt nun zu eskalieren. Nach ihrer Darstellung besteht Schumacher auf seinem Fixgehalt und zumindest einem Teil der Prämien, auch wenn er auf den Geschäftserfolg keinen Einfluss hat. Einige Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat möchten die Überweisungen an den Ex-Chef dagegen komplett stoppen.

DER SPIEGEL 40/2004
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