27.09.2004

PHARMAAKTIENAuflagen wegen Suizidrisikos

Nachdem eine Studie der New Yorker Columbia Universität Kindern und Jugendlichen bei der Einnahme von Antidepressiva eine höhere Selbstmordgefahr attestiert hat, müssen Pharmahersteller wie GlaxoSmithKline, Pfizer, Wyeth und Eli Lilly mit harten Auflagen im Marketing rechnen. Künftig soll eine "black-box" auf die Produktinformation für Ärzte gedruckt werden, so die Empfehlung des Beraterausschusses der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA. Nach dem Vorbild der Warnungen auf Zigarettenschachteln sollen die schwarz umrandeten Kästen auf die erhöhte Suizidgefahr bei Heranwachsenden hinweisen. Auch in Werbespots oder Zeitungsanzeigen für die Medikamente müssten die Botschaften dann auftauchen. "Dadurch wird die Verschreibungsfreude für Psychopharmaka abnehmen", sagt Ulrich Huwald, Pharmaanalyst bei M. M. Warburg. Die Auflagen könnten sich auf das Wachstum der Unternehmen auswirken. Experten führen vereinzelte Kursabschläge bei Pharmaaktien in der vergangenen Woche bereits auf die Ankündigung der Marketing-Auflagen zurück. "Deutschen Unternehmen droht keine Gefahr", sagt Giusep Demont, Analyst bei der Bank Vontobel in Zürich. Die Konzerne Schering und Altana haben keine Antidepressiva im Angebot.

DER SPIEGEL 40/2004
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PHARMAAKTIEN:
Auflagen wegen Suizidrisikos

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