27.09.2004

KROATIENZeit der Bagger

Kaum sind die Touristen weg, schwingen Abrissbirnen in den Urlaubsorten: Um eine Verschandelung der Küste zu verhindern, macht die kroatische Regierung jetzt Ernst mit dem Umweltschutz. Einem neuen Gesetz zufolge gelten künftig auf dem Festland zwischen Umag und Cavtat sowie auf den mehr als 1100 Inseln striktere Bauregeln. Danach dürfen innerhalb eines 70 Meter breiten Schutzgürtels entlang der Uferlinie keine Häuser mehr errichtet werden. Mit den gesetzlichen Änderungen wolle sein Kabinett der "weiteren Zubetonierung" der Adriaküste entgegenwirken, sagt Premier Ivo Sanader. Bislang war das "schwarze Bauen" ohne entsprechende Genehmigung in Kroatien gang und gäbe. Seit Anfang des Monats sind Abrisstrupps im ganzen Land unterwegs. Bereits im Frühling waren zwischen Istrien und Süddalmatien Bagger im Einsatz - insgesamt wurden in diesem Jahr knapp 200 illegal errichtete Gebäude zerstört. Die neuen Maßnahmen der Regierung kommen nicht von ungefähr: Seit einigen Jahren verzeichnet das Mittelmeerland ein wachsendes Interesse von Ausländern an Immobilien, aber auch an Baugrundstücken. Vor allem rund um Dubrovnik, berichten kroatische Medien, ist der Immobilienmarkt in diesem Jahr regelrecht explodiert.

DER SPIEGEL 40/2004
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