27.09.2004

INDONESIENSusilos Pläne

Mit dem als sicher geltenden Wahlsieg des Viersternegenerals a. D. Susilo Bambang Yudhoyono zum Präsidenten Indonesiens werden zahlreiche seiner Gefolgsleute aus den Streitkräften wieder an die Macht zurückkehren. Zu erwarten ist, dass Susilo, der Ende vergangener Woche schon mit 61 Prozent der ausgezählten Stimmen des Urnengangs vom 20. September uneinholbar in Führung lag, den ehemaligen Chef der Streitkräfte, Admiral Widodo, als Vorsitzenden des neu geschaffenen Sicherheitsrates einsetzen wird. Dass die Wirtschaft diese Personalie gutheißt, liegt vor allem daran, dass Susilo sich mit Jusuf Kalla einen prominenten Geschäftsmann als Vizepräsidenten ausgesucht hat. Susilo hat angekündigt, sich im Gegensatz zu seiner Amtsvorgängerin Megawati Sukarnoputri vor allem den innenpolitischen Problemen der weltgrößten Muslim-Nation widmen zu wollen. Zum Beispiel geht es um eine Lösung für die bürgerkriegsähnlichen Konflikte in Papua und der Provinz Aceh. Hier kamen seit Mai 2003 mehr als 2000 Menschen in Kämpfen zwischen islamistischen Separatisten und dem Militär ums Leben.
Dass Indonesien unter dem einstmaligen Gefolgsmann von Ex-Diktator Suharto auch den Kampf gegen den Terror ernst nimmt, deutete sich vergangene Woche in Jakarta an. Staatsanwälte kündigten an, gegen Abu Bakar Ba'asyir, den geistigen Führer der Qaida-nahen Untergrundgruppe Jemaah Islamiah (JI), seien jetzt Beweise aufgetaucht, um ihn wegen des Bombenanschlags auf das Marriott-Hotel in Jakarta vom August 2003 anklagen zu können. Dem Geheimdienst BIN hatten schon lange Beweise für eine Verbindung Ba'asyirs zur JI vorgelegen, doch waren sie aus unerfindlichen Gründen nie an die Justiz gelangt.

DER SPIEGEL 40/2004
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