27.09.2004

BOTANIKGraben für den Sieg

Großbritanniens "Royal Horticultural Society" (RHS), mit über 300 000 Mitgliedern der wohl größte Gartenfreunde-Verein der Welt, feiert in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Zum jährlichen Top-Event der Gesellschaft, der Chelsea Flower Show, erscheint traditionell die Queen. Ihre patriotische Gesinnung bewies die RHS stets in Krisenzeiten, wie eine umfangreiche Chronik zum Jubiläum zeigt. So mobilisierte sie im Zweiten Weltkrieg die britische Bevölkerung mit der Kampagne "Dig for Victory" für den Anbau von Nutzpflanzen und förderte die Ausbildung von Gärtnerinnen, damit die männlichen Arbeitskräfte an die Front entsandt werden konnten. Ihre wahrscheinlich merkwürdigste Niederlassung besaß die RHS gut zweieinhalb Jahrzehnte zuvor während des Ersten Weltkriegs: Mitten im feindlichen deutschen Kaiserreich veranstalteten in Berlin internierte Briten auf dem Gelände der Trabrennbahn Ruhleben Gartenwettbewerbe. Sie legten Gemüse- und Blumenbeete an und züchteten in einem Gewächshaus Setzlinge. Aus der fernen Heimat durften sich die Gefangenen sogar Saatgut für ihren Wettstreit schicken lassen. "Ruhleben Horticultural Society", so die Jubiläumsschrift, entwickelte sich zu einer "blühenden Organisation mit fast 1000 Mitgliedern".

DER SPIEGEL 40/2004
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BOTANIK:
Graben für den Sieg

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