27.09.2004

Olivier Besancenot

Olivier Besancenot , 30, französischer Präsidentschaftskandidat der Revolutionären Kommunistischen Liga mit 4,25 Prozent im Jahr 2002, erlitt einen schweren ideologischen Schwächeanfall. Der sonst beinharte Trotzkist, der bei Aufmärschen der Globalisierungsgegner stets präsent ist, im zivilen Leben aber den unkündbaren Job eines Postboten im Pariser Vorort Neuilly ausübt, bekannte in der Zeitschrift "Contretemps": Er habe bisher das Leben eines "Arschs" geführt. Jetzt träume er davon, "an die Uni zu gehen, mich auf der Bank eines Hörsaals niederzulassen, einfach zu studieren, um Zeit für mich zu finden". Überdies seien die Arbeitskollegen "im Guten wie im Schlechten meist sympathischer als unsere Aktivisten". Diese bourgeoisen Tendenzen brachten die trotzkistische Veteranin Arlette Laguiller, 64, die bereits fünfmal fürs höchste Staatsamt kandidiert hat, in Harnisch. Wenn der junge Genosse "Seelenblähungen" habe, sei es an der "Zeit aufzuhören". Das Satiremagazins "Le Canard enchaîné" riet: "Sofort zum Psychiater."

DER SPIEGEL 40/2004
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