27.09.1961

Wer löffelt

Konrad Adenauer herrschte in Deutschland vom 15. September 1949 bis zum 18. September 1961 morgens um halb drei: zwölf Jahre und drei Tage, vielfach länger als irgendein anderer Demokrat in Deutschland, fast so lange wie Adolf Hitler.
Und noch am letzten Tag dieser Herrschaft gab nahezu jeder zweite Wähler in Westdeutschland seine Stimme der Partei des Kanzlers und ließ sie wieder zur stärksten Fraktion des vierten Bundestags werden.
Doch dieses Ergebnis - Sieg und Triumph hätte es in allen übrigen Demokratien geheißen - bedeutete für Konrad Adenauer seine schwerste Niederlage. Denn jede Stimme, die nicht der CDU/CSU zufiel, war nicht nur für eine andere Partei, sondern gegen den Kanzler abgegeben worden:
Konrad Adenauer nicht wieder zum Kanzler zu machen, das war des Volkes Mehrheits-Wille. Dem steht der Wille eines einsamen alten Mannes entgegen, auch ohne Mehrheit wieder Kanzler zu werden.
Konrad Adenauer hatte frühzeitig gewittert, daß er seine Macht nach dieser Bundestagswahl, wenn überhaupt, nur mit Kabale und Mühe würde retten können. Anders als an den Wahltagen von 1949, 1953 und 1957 versammelte er am Abend des 17. September Kinder und Schwäger in seinem Rhöndorfer Heim um sich. Der Fernsehkasten, für das Hauspersonal zwischen Diele und Küche installiert, meldete den Abfall von Kanzlerstimmen landauf, landab.
Aus der Bonner Nassestraße, wo CDU-Wahlkampfleiter von Hassel auf dem Kommandostuhl der CDU-Bundesgeschäftsstelle hockte, kamen nur spärliche Zwischenberichte. Niemand dort verspürte Lust, den Hiobspost-Boten zu spielen.
Es war Mitternacht, noch ließ es sich nicht mit voller Sicherheit errechnen, ob die absolute Adenauer-Majorität verloren war oder nicht, als der Kanzler von dem Fernsehschirm floh und im Garten unter Flutlicht "eine schöne Runde Boccia spielte": "Ich han' 'ne jute Beleuchtung."
Morgens um zwei - die Wahlschlappe war evident - zog es ihn noch einmal ins Freie; in Hut und Mantel ging er zwischen seinen Rosenstöcken auf und ab. Erst um halb drei legte er sich zur Ruhe, Stunden später als in früheren Wahlnächten.
Der christdemokratische Fraktionspressechef Dr. Eduard Ackermann saß unterdessen in seinem Bundeshaus-Büro und gab die Schlacht noch immer nicht verloren: "Die absolute Mehrheit ist noch drin."
Und als sie nicht mehr drin war, sprach des Kanzlers Ackermann jene Frage aus, die seither die neue Regierungsbildung in Bonn überschattet: "Wer soll denn das alles auslöffeln? Herr Erhard vielleicht?" Gemeint war die Suppe, die Kanzler Adenauer zwölf Jahre lang unter dem Jubel der Bundesbürger als Nachspeise zum Wirtschaftswunder-Braten angerichtet hat. Obenauf schwimmen die Brösel: Berlin-Krise, Teilung, Atomwaffen, Oder-Neiße-Linie. Auf dem Grund ruht als grauer Kloß die Kriegsgefahr.
CDU-Bundesinnenminister Dr. Gerhard Schröder, der sich als einziges Kabinettsmitglied während der Auszählung der Wählerstimmen mutig im Bundeshaus sehen ließ, peilte sogleich die Richtung an, aus der er Rettung erhoffte: eine Koalition mit der FDP. Jovial redete er von "meinem Freund Mende". Und auf die FDP-Wahlthese "Nie wieder Adenauer" angesprochen, frohlockte der Minister: "Es sind doch nicht alles Bibelsprüche, was im Wahlkampf verkündet wird."
CDU-Bundestagspräsident D. Dr. Eugen Gerstenmaier der in seinem Wahlkreis Backnang einen persönlichen Erfolg errungen hatte (3352 Stimmen mehr für ihn als für die Partei), sah in später Stunde schon weiter. Ob er sich, wie die FDP, ein Kabinett ohne Adenauer vorstellen könne? Gerstenmaier mit lutherischem Freimut: "Ganz klar."
Derweil hatte Konrad Adenauer bereits einen Coup ersonnen, der alle Zweifel am Fortbestand seiner Führerschaft kurzerhand wegwischen sollte. Verschmitzt kündigte er am Montag früh vor der Gartenpforte seines Rhöndorfer Heims wißbegierigen Zeitungsleuten an, was er, ohne Kabinett und Partei zu fragen, beschlossen hatte: "Ich werde heute mittag in einer Pressekonferenz alle politischen Fragen beantworten."
Auf der Rheinfähre in Königswinter wartete Bundespressechef von Eckardt auf seinen Herrn. Der in Cuxhaven durchgefallene CDU-Kandidat (siehe Seite 34) stieg in den Kanzler-Mercedes. Zusammen brausten die tatenlustigen Verlierer nach Bonn. Das einst so intime Verhältnis von Patriarch und Springinsfeld hatte sich in den letzten Jahren mehr und mehr abgekühlt. Die gemeinsame Niederlage führte die beiden wieder zueinander.
Alsbald alarmierte Eckardts Amt die Bundespresse-Konferenz e.V., und präzise um 12 Uhr trat Konrad Adenauer rüstigen Schritts vor die übernächtigen Journalisten, setzte sich vors Saalmikrophon und studierte noch einmal ungewohnt bedächtig seine Konferenz-Notizen, über die er mit keinem Menschen aus dem Kanzleramt oder dem Parteivorstand gesprochen hatte.
Die letzte Pressekonferenz Konrad Adenauers, zwei Tage vor der Wahl, war ein bemitleidenswerter Auftritt gewesen. Bonns Regierungschef, der schon in seinen Wahlreden die USA und England, Carlo Schmid und Fritz Erler, US-Präsident Kennedy und dessen Vize Johnson durcheinandergeworfen hatte, verwechselte damals Atom-Köpfe und atomare Träger. Und ein Bericht über die Außenminister-Konferenz in Washington war statt vom Kanzler vom dabeisitzenden CDU-Wahlkampfleiter Kai-Uwe von Hassel verlesen worden: "Der Herr Bundeskanzler bat mich, Ihnen das vorzutragen, weil es vielleicht zu schwierig ist."
Konrad Adenauer wenig später zu den nervös kichernden Reportern: "Lachen Sie, meine Damen und Herren, über Herrn von Hassel oder über mich?"
"Die Verfechter des Adenauer-Mythos wurden stiller mit jedem Satz", berichtete die "Stuttgarter Zeitung".
Für seine Pressekonferenz am Tag nach der Wahl war Konrad Adenauer besser präpariert und zeigte sich - trotz durchwachter Nacht und Niederlage - ungleich schlagfertiger.
Also hob Adenauer an: "Nun werden Sie natürlich fragen: Ja, und was
nun? Das ist die Frage, die ich mir auch stelle.
(Heiterkeit)
"Was nun? Da möchte ich Ihnen eins sagen, für mich ist das Wichtigste und Wesentlichste, daß die Außenpolitik so, wie sie von der CDU/CSU geführt worden ist, ungebrochen, stark, in der gleichen Richtung weitergeht."
Da war sie wieder, in abgewandelter Form und verknüpft mit einem Seitenhieb auf den Nicht-Außenpolitiker Erhard: die Frage nach dem Auslöffeln.
Konrad Adenauer hatte sich an diesem Montag dafür schon einen Partner ausgesucht: "Ich habe schon früher mit der FDP zusammengearbeitet..."
Und er erklärte auch gleich, warum er nicht allein löffeln will, selbst wenn er könnte: "Ich bin aus leicht erklärlichen Gründen nicht dafür, daß eine Partei, insbesondere nicht meine Partei, nun allein eine Regierung trägt; denn dann knüpfen sich an ihren
Namen die enttäuschten Hoffnungen allein, und Enttäuschungen sind ja unausweichlich, namentlich in einer so bewegten Zeit wie der unsrigen. Deswegen ist es sehr viel besser, wenn man die Enttäuschungen mit anderen teilt."
Von einer Koalition der CDU/CSU mit der SPD allerdings wollte Adenauer an diesem Montagmittag- nichts wissen: "Denn sehen Sie ... wo bliebe dann die FDP?"
Noch am Montagnachmittag führte Konrad Adenauer den zweiten Streich. Nacheinander lud er eben jene drei christdemokratischen Parteifreunde ins Palais Schaumburg vor, denen während des Wahlkampfs FDP-Chef Mende "Vertrauen und Stimme" versprochen hatte, falls sie als CDU-Kanzler nominiert würden: Krone, Erhard, Gerstenmaier.
Alle drei fragte Adenauer mit rheinischem Hintersinn, ob sie denn nun Kanzler werden wollten. Alle drei antworteten verlegen-höflich: Nein.
CDU/CSU - Fraktionschef Heinrich Krone tadelte dabei milde, der Kanzler habe mit seiner Pressekonferenz am Mittag der Fraktion und ihren Beschlüssen vorgegriffen. Adenauer parierte, er wisse genau, was die Fraktion wolle; Herr Krone möge doch mal den Herrn Katzer fragen - den Wortführer der CDU-Gewerkschaftler auf dem linken Parteiflügel, denen ein Bündnis ihrer Partei mit den unternehmerfreundlichen Freidemokraten unter der Regie des Freiwirtschaftlers Erhard ein Greuel ist.
Viel heftiger als Krone monierte der ins Palais Schaumburg vorgeladene Ludwig Erhard die Extratour Adenauers mit der Presse. Nachsichtig belehrte der Kanzler seinen Vizekanzler, die Pressekonferenz sei aus außenpolitischen Gründen vonnöten gewesen; das Ausland müsse wissen, daß die Außenpolitik der Bundesrepublik unverändert fortgeführt werde.
Kanzler Adenauer diktierte für alle Fälle Aktennotizen über seine Gespräche mit Krone, Erhard und Gerstenmaier.
So gerüstet, empfing er am Dienstagvormittag den Bundesvorstand seiner Partei im Palais Schaumburg. Wieder hatte der Kanzler sich eine Masche gehäkelt, in der er seine aufsässigen Parteifreunde verstricken wollte.
Zwar betonte er in seinen Eröffnungsworten, er wolle ohnehin nicht wieder vier Jahre regieren, sondern nur noch zwei. Dann aber brach er statt einer Diskussion über die künftige Regierung eine Manöverkritik über die verlorene Wahl vorn Zaun. Die ihm feindlich gesinnten Presseorgane und Funkanstalten, vor allem aber das unparteiische Fernsehen, seien verantwortlich. Außerdem beschuldigte er schlechthin alle Landesvorstände, sie verwendeten größeren Eifer auf Landtags- als auf Bundestagswahlen.
Tatsächlich gelang es dem Kanzler so, fast bis zum Mittagessen jede Erörterung des heiklen Themas "Koalitionsverhandlungen" zu vermeiden.
Erst als der Hamburger Landesvorsitzende, Neu-MdB Erik Blumenfeld, darauf hinwies, daß gerade dies doch Gegenstand der Beratungen sein müsse, wenn man sich den Kanzler-Kandidaten nicht vorn möglichen Koalitionspartner vorschreiben lassen wolle, brach die Selbstkritik ab.
Innenminister Schröder richtete den Blick nach vorn: Der Bundesvorstand solle beschließen, daß die CDU auch dem vierten Deutschen Bundestag zunächst einmal Konrad Adenauer als Bundeskanzler vorschlagen werde.
Außenamts-Vorsteher Heinrich von Brentano, der weiß, daß er nur unter Konrad Adenauer Chancen hat, sein ihm liebgewordenes Amt zu behalten, assistierte: Mit einem düster getönten Bericht über die Washingtoner Außenminister-Konferenz suchte er seinen Parteifreunden zu suggerieren, die Lage sei nun wirklich so ernst, daß allein Altfuchs Adenauer die Reste des Vaterlands noch retten könne.
Fraktions-Papa Krone, Adenauers Duzfreund Robert Pferdmenges, Wahlkampfleiter von Hassel und Gewerkschaftler Theo Blank stimmten diesem Vorschlag zu. Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß, als CSU-Boß reservierter Gast der CDU-Versammlung. sagte, man habe den Wahlkampf mit "Adenauer, Erhard und der Mannschaft" geführt und würde Verrat am Wähler üben, wenn man nun den ersten Namen einfach streiche.
Aber die teils sogar aus lauter Gewohnheit überschwengliche Lobrederei auf Adenauer in der Dienstag-Konferenz füllte nur die ersten Stunden der
- vom gemeinsamen Mittagessen unterbrochenen - CDU-Vorstandssitzung. Dann kam es zum Krach.
Protestant Gerstenmaier (Konrad Adenauer schon vor Jahr und Tag: "Sie hassen mich") wurde als erster deutlich: Die CDU/CSU habe nun einmal nicht mehr die Mehrheit im Parlament, und es sei doch bekannt, daß sich die FDP schon im Wahlkampf gegen Adenauer festgelegt habe.
Auch Brentano und Krone warnten, die CDU/CSU dürfe bei ihren Koalitionsverhandlungen die SPD nicht auslassen, sonst gebe sie sich ganz in die Hand der FDP.
Gerstenmaier wollte allerdings auf etwas anderes hinaus: Ein Minderheitskabinett sei zu verwerfen, auch dann, wenn die FDP sich bereit erklären sollte, die Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik der CDU zu tolerieren.
Adenauer pflichtete ihm bei: "Das wäre das Schlimmste; lieber würde ich mir die (an der absoluten Mehrheit) fehlenden sieben Stimmen beschaffen."
Nun stieß Gerstenmaier nach: Nur ein Mehrheitskabinett, und zwar auch eines unter einem CDU-Kanzler, der nicht Adenauer heiße, werde die Politik Adenauers fortsetzen können. Dabei werde Adenauer als Parteivorsitzender die Politik der Partei - mithin des Bundeskabinetts - leiten können.
Dem so zum Alteisen-Kanzler erklärten Adenauer stiegen Tränen in die Augen - der Wut oder der Verzweiflung. Die Augenwinkel feucht, beteuerte er noch einmal, er wolle bestimmt nicht vier lange Jahre hindurch regieren. Sogar die anfangs gesetzte Frist von zwei Jahren schränkte Adenauer jetzt ein: vielleicht nur 16 Monate. "Und wenn Sie das wollen, meine Herren, will ich das der Fraktion auch noch schriftlich geben." Wieder fiel das Argument des Auslöffelns: "Es kommen schwere Dinge auf uns zu. Das möchte ich noch selbst bereinigen."
Dieses Gelöbnis war längst im Saal verhallt, als der Vorsitzende des außenpolitischen Bundestagsausschusses, Dr. Hermann Kopf, der ein Nickerchen gemacht hatte, hochschreckte, ums Wort bat und zu berichten wußte: Die christlichen Parteifreunde Europas im Straßburger Parlament hätten ihn gestern noch eindringlich beschworen, Adenauer müsse Kanzler bleiben, seine Politik fortgesetzt werden. CSU-Chef Strauß warf vieldeutig ein, die Politik Adenauers werde auf jeden Fall fortgesetzt.
Thronprätendent Ludwig Erhard hatte bis dahin stille dagesessen. Nun bullerte er los: Die Wahl wäre besser ausgegangen, wenn der Kanzler in aller Öffentlichkeit eindeutig zurückgenommen hätte, was er Jahre hindurch an ihm, Erhard, bekrittelt habe.
Und voller Kronprinzen-Stolz: "Ich weiß sehr wohl, welche Position ich habe."
Auf einen groben Klotz einen noch gröberen Keil zu setzen, war Konrad Adenauer noch nie schwergefallen. Tränenlos zürnte er, nach zwölfjähriger erfolgreicher Regierungsarbeit lasse er sich nicht auf diese Weise den Stuhl vor die Tür stellen.
Um elf Uhr am Dienstagvormittag hatte die Sitzung begonnen; nach drei Uhr ging sie zu Ende, als über die Frage diskutiert wurde, was der Presse zu sagen sei. Adenauer schmollte: "Der Herr Krone kann was sagen." Gerstenmaier: "Wir müssen einen Beschluß fassen, daß der Herr Bundeskanzler die Koalitionsverhandlungen für uns führen soll."
Adenauer, noch bockiger: Das habe wenig Sinn, wenn keine Klarheit über die Person des Kanzlers bestehe. Und die Versammlung tat, was die CDU ein Dutzend Jahre lang geübt hatte: Sie ging vor des Kanzlers Zorn in volle Deckung. Sie stellte fest: "Der Bundesvorsitzende Dr. Konrad Adenauer ist gebeten worden, sich erneut für das Amt des Bundeskanzlers zur Verfügung zu stellen."
Die schwächere Formulierung: "... zur Verfügung zu halten" wurde verworfen, ebenso der Zusatz: "... sofern sich eine Mehrheit im Bundestag finden läßt", der am Widerspruch Adenauers, Schröders und Straußens scheiterte.
Der zweite Satz der Vorstandsresolution lautete: "Dr. Adenauer wird als Parteivorsitzender gebeten, Koalitionsverhandlungen mit der FDP zu führen."
Entgegen Adenauers Wünschen stellte der Vorstand nur fest, daß dieser Passus Verhandlungen mit der SPD nicht prinzipiell ausschließe.
Schon eine Stunde vor dem CDUVorstand hatten sich am Dienstagmorgen die Bundesspitze sowie die alten und neuen Bundesparlamentarier der FDP um den Bundessieger Erich Mende versammelt. Noch war die Triumphstimmung der Wahlnacht nicht verflogen.
In jener Nacht hatten die liberalen Wahlsieger jedes neue Teilergebnis auf den TV-Schirmen der beiden Parteigeräte im Hauptquartier am Bonner Talweg mit Fußballer-Jubel quittiert.
Von elf Uhr abends an, als klar wurde, daß sich die FDP-Stimmen allenthalben verdoppelt oder verdreifacht hatten, hetzten die Journalisten zwischen dem Bundeshaus und der Parteigeschäftsstelle hin und her, um des Partei-Majors Mende habhaft zu werden, der zu Haus am Godesberger Stadtwald Nummer 62 so lange in Lauerstellung verharrte, bis kaum noch ein Zweifel an der CDU/CSU-Niederlage blieb.
Morgens um 1.20 Uhr wagte sich Mende in die Geschäftsstelle unters Parteivolk; noch immer stand nicht vollends fest, ob die absolute CDU/ CSU-Majorität im Bundestag gebrochen war. Mende wehrte die Gratulanten ab: "Zu früh, zu früh." Sieges-Sekt wies er zurück: "Ich möchte ein Bier."
Nur für die Kameraleute posierte er mit einem Champagner-Kelch in der Hand. Voll oberschlesischen Heimatwitzes alberte er schließlich im Bundeshaus: "Die schwierigste Frage ist wohl jetzt, ob wir unsere neue Fraktion hier überhaupt noch unterkriegen oder ob wir eine Mauer fallen lassen müssen."
Und kokett: "Schröder hat mich vorhin sogar mit 'Mein lieber Freund' angeredet."
Ein etwas älterer Freund Mendes, Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Strauß, suchte bereits wenige Stunden später um ein Rendezvous am selben Abend nach.
Strauß flog am Montagnachmittag von München nach Düsseldorf, wo er, begleitet vom CSU-Generalsekretär Zimmermann, die Freidemokraten Mende und Weyer abends um sieben in der Villa des Kaufhaus-Multimillionärs Helmut Horten traf - Stätte schon früherer Strauß - Mende - Begegnungen (SPIEGEL 33/1961).
Weyer war direkt aus der Vorstandssitzung der nordrhein-westfälischen FDP gekommen, die fast ein Drittel der 66 FDP-Bundestagsabgeordneten stellt und die sich just gegen einen Kanzler Adenauer festgelegt hatte.
CSU-Chef Strauß wollte wissen, wie er anderntags als Gast in der CDUVorstandssitzung taktieren solle. Solange die FDP im Bundestag mit nur 7,7 Prozent wenig mehr als eine Splitterpartei war und leicht ohne sie regiert werden konnte, hatte sie - selbst ohne daß jemand anders eine Notwendigkeit dafür erblicken konnte - nach einem Notstands-Kabinett der nationalen Konzentration geweint. Nun, da der Notstand wirklich da ist, will sie davon nichts mehr wissen. Sie hat über zwölf Prozent und fühlt sich unentbehrlich.
Mende verkündete dem Franz-Josef Strauß daher das neue Dogma der Liberalen: nicht mit der SPD, nur mit der CDU/CSU, aber nie unter Adenauer, auch nicht vorübergehend.
Am nächsten Morgen - noch vor Beginn der CDU-Vorstandssitzung im Palais Schaumburg - wies Franz-Josef Strauß den FDP-Schreck Adenauer unter vier Augen in die Lage ein, während Erich Mende gemeinsam mit seinen Landesfürsten und Parlamentariern den FDP-Bann gegen Adenauer und die SPD kanonisierte.
Wie ein Mann beschloß die FDP-Bundes-Mannschaft, um keinen Preis einen Kanzler Adenauer zu akzeptieren.
Der Düsseldorfer FDP-Abgeordnete und Wirtschaftsberater Walter Scheel nach der Sitzung: "Wir stehen unter dem Druck der öffentlichen Meinung
und würden unseren Wahlsieg verschenken, wenn wir unter Adenauer koalieren."
In der Tat: Nicht zuletzt die neuen FDP-Wähler (Scheel: "Lauter Anti-Adenauer-Stimmen") werden noch vor Jahresende in Hamburg und Mitte nächsten Jahres in Nordrhein-Westfalen bei den Wahlen zur hansestädtischen Bürgerschaft und zum Düsseldorfer Landtag zu bedenken haben, ob die FDP ihre Versprechungen zur Bundestagswahl gehalten hat.
Gleichwohl, so unverbrüchlich die Freidemokraten gegen Adenauer eingeschworen waren, so wenig war ihnen ursprünglich daran gelegen, von den Christdemokraten öffentlich die bedingungslose Kapitulation zu fordern und sie damit in die Solidarität mit Adenauer zu treiben.
Deshalb faßten sie ihre harte Forderung nach Adenauers Abgang in die vage Formel: "Die FDP ist bereit, ein Koalitionsangebot der CDU/CSU auf der Basis einer echten Partnerschaft und nach Schaffung bestimmter sachlicher und personeller Voraussetzungen anzunehmen."
Aber vor den Journalisten der Bundespressekonferenz, gleich nach der Sitzung seiner Parteispitzen, wurde dem Doktor Erich Mende so wohl, daß er aufs Eis ging.
Frage: "Hat Ihre Fraktion definitiv beschlossen, in kein Kabinett einzutreten, dessen Kanzler Adenauer ist?"
Mende: "Ich glaube, Sie liegen durchaus richtig."
Die Kunde von Mendes Übermut verbreitete sich an jenem Dienstagnachmittag rasch bis ins Palais Schaumburg, wo die CDU-Vorstandssitzung gerade auseinandergegangen war. Dort diskutierten nun des Kanzlers Staatssekretär Globke, der Außenamts-Staatssekretär Carstens sowie Kanzler-Referent und Ministerialdirigent Heinrich Barth mit niedrigeren Chargen des Höheren Dienstes, ob eine große Koalition der Christdemokraten mit den Sozialdemokraten den verehrten Bundeskanzler vor der Abtritts-Forderung der FDP bewahren könne.
Adenauer kam hinzu und beendete die Spekulation mit einer Gelassenheit, wie Erfolg und Erfahrung sie verleihen: "Ich kenne die FDP, meine Herren, wir müssen nur durchhalten."
Die Freidemokraten sind allerdings diesmal ebenfalls fest entschlossen durchzuhalten. Zum erstenmal glauben die sonst so spaltungsbewußten Freidemokraten, daß selbst bei verlockendsten Kanzler-Angeboten keiner von ihnen abtrünnig wird,
Ihr Vertrauen gründet sich auf ein abschreckendes Beispiel: Keiner der früheren FDP-Abgeordneten, die einst den Verhandlungen Adenauers erlagen und aus der Fraktion austraten, um Minister zu bleiben, ist wieder in den Bundestag gewählt worden.
"Verrat zahlt sich nicht aus", wandelte der Amerika-Fan, FDP-MdB und Parteimanager Wolfgang Döring das US-Sprichwort "Crime does not pay" ab. Und: "Ich gehe jede Wette ein, daß keiner von uns abfällt."
Auch die Kanzler-Drohung mit dem SPD-Butzemann schreckte die Freidemokraten nicht.
Sie schätzen das Risiko, daß die SPD sich an der FDP vorbei in ein Kabinett Adenauer drängeln könnte, gering ein. FDP-MdB Scheel: "Dann platzen die SPD-Ortsvereine, und die Partei ist für immer kaputt."
Hingegen sehen die Sozialdemokraten, denen in dauerhafter Opposition keine bittere Erfahrung erspart blieb, bessere Zukunftschancen in einer Teilhaberschaft an den Regierungsgeschäften, und sei es auch unter einem Prinzipal Adenauer, sei es auch, daß sie ihre Unterschrift mit unter des Kanzlers neues Versailles setzen müssen.
Eine Woche vor der Wahl hatte SPDKanzlerdarsteller Willy Brandt noch mit 45 Prozent der Wählerstimmen für
sich gerechnet. Um so melancholischer suchte er am späten Wahlabend in der Parteibaracke an der Bonner Friedrich-Ebert-Allee Zuflucht und Trost in der Stube seines Freunds Herbert Wehner. Brandt-Assistent Klaus Schütz: "Bei Olli war's so voll."
Realist Wehner richtete den sensiblen Berliner Bürgermeister auf; für Wehner waren die knapp fünf Prozent Stimmenzuwachs soviel wie ein Sieg: "Der Panzer bei den Wählern ist so stark, den bricht man nicht mit einem Male auf."
Gegen Morgen tüftelten Brandt, Ollenhauer und Carlo Schmid an einer Sprachregelung herum, die das Wahlresultat kommentieren, den Drang an die Macht legitimieren sollte. Brandts Berliner Pressechef Egon Bahr holte bald Herbert Wehner zu Hilfe.
Ehe der Morgen graute, war das Statement fertig: Die außenpolitischen Bedrohungen erheischten ein All-Parteien-Kabinett. Nun begann auch die dritte Partei mit Koalitionsverhandlungen.
Ohne ausdrücklichen Auftrag der Partei bat zunächst der Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Georg Leber, Vorsitzender der Gewerkschaft Bau, Steine, Erden, gleich am Montag nach der Wahl jenen CDU-Gewerkschaftler und Bundestagsabgeordneten Hans Katzer, den Konrad Adenauer als Kronzeugen gegen eine Kanzlerschaft Ludwig Erhards benutzt, per Telephon um eine Unterredung.
Die Kollegen Leber und Katzer aßen am Dienstag im Bonner "Salvator" zu Mittag; in der gutbürgerlichen "Lese- und Erholungs-Gesellschaft" an der Koblenzer Straße vertieften sie ihr Techtelmechtel.
Am Mittwoch trafen sich die beiden Sozialpolitiker in Köln noch einmal, und am Mittwochabend berichtete Hans Katzer seinem Kanzler im Palais Schaumburg, daß die SPD notfalls auch ohne die FDP in ein Kabinett Adenauer einsteigen würde.
Katzer hinterher: "Das ist eine Wende, unsere Sache sieht gut aus."
Parteivorstand, Parteirat und Kontrollkommission der SPD ließen sich am Dienstag und Mittwoch widerspruchslos auf den "Mitverantwortungs"-Kurs Brandts und Wehners festlegen: "Die Sozialdemokratische Partei bleibt dabei, daß die Bundesrepublik einer Regierung auf solider Grundlage bedarf."
Mit hektischen roten Flecken auf den Backenknochen trat Brandt vor die Presse: "Die SPD hat ihre Ziele nur zum Teil erreicht." Auf die Frage, ob er zu einer Koalition bereit sei, hauchte er heiser: "Jawohl."
Kuriere der SPD brachten den Appell, mit dem die Sozialdemokraten über das Thema der deutschen Not zu Koalitionsverhandlungen gelangen möchten, am Mittwochnachmittag den Parteivorsitzenden Adenauer, Strauß und Mende ins Haus.
Adenauer hatte es eilig. Flugs schickte er einen Antwortbrief zurück: Er sei bereit, mit den Herren von der SPD über die Lage zu sprechen.
Am Donnerstag früh, nachdem am Abend vorher CDU-Katzer dem Kanzler über SPD-Lebers Koalitionsbereitschaft berichtet hatte, wurde aus dem Palais Schaumburg in der SPD-Baracke angerufen: Ob Herr Ollenhauer schon in einer Stunde, um elf Uhr, zum Kanzler kommen könne. Die Sozialdemokraten vereinbarten mit Adenauer, am Montag dieser Woche vormittags mit Brandt, Ollenhauer und Wehner im Palais Schaumburg anzurücken.
Ganz geheuer ist den Genossen dabei freilich nicht. Sie sind sich darüber klar, daß Adenauer mit dem Schreckgespenst einer schwarzroten Koalition möglicherweise nur spielt, um die Freidemokraten trotz aller ihrer Rütli-Eide doch noch kirre zu machen.
Nur eine Partei, die eigentlich gar keine Partei ist, wird mit Gewißheit im nächsten Kabinett vertreten sein: die CSU des Franz-Josef Strauß. Sie allein, die so gut wie ungerupft durch die Bundestagswahl hindurchgekommen ist, kann sicher sein, daß sie an jeder denkbaren Regierungskombination beteiligt sein wird: an einem Allparteienbund, der großen Koalition mit der SPD, der kleinen mit der FDP, einem Adenauer-Minderheitskabinett und sogar an der vorerst nur hypothetischen Entente von SPD, FDP und CSU.
Am Mittwoch in München beschlossen CSU-Landesvorstandschaft und CSU-Bundestagsabgeordnete, Adenauer dürfe nur noch zwölf Monate lang regieren. Gleichzeitig boten die Christlich-Sozialen ihre "guten Vermittlerdienste" zwischen dem Altkanzler und den in frei gewählter Selbstblockade gefangenen Freidemokraten an.
Am Donnerstag vereinigten sich Christsoziale und Christdemokraten in Bonn zur Vorstandssitzung der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion. Schon fand in der Debatte keiner mehr rechten Geschmack an dem Projekt, Konrad Adenauer solle ein Übergangs-Kanzler werden.
Nach der Sitzung wurde Franz-Josef Strauß von Reportern gestellt: "Werden Sie und der Kanzler gemeinsam die Koalitionsverhandlungen führen?"
Strauß: "Wir sind doch keine siamesischen Zwillinge!"
Als er den Kanzler, der gerade den Sitzungssaal verließ, näherkommen sah, fügte er hinzu: "Der Herr Bundeskanzler ist als Parteivorsitzender ein sehr kluger, wendiger, ungemein listenreicher, vor allem aber ein sehr junger Mann!"
Adenauer, der im Vorbeigehen mitgehört hatte, warf ein: "Sie haben immer so nette Formulierungen, Herr Strauß."
Tatsächlich kann Konrad Adenauer im Kampf um die Kanzlerschaft nur eines mit Gewißheit einkalkulieren: daß sowohl die sowjetische als auch die amerikanische Regierung daran interessiert sind, Konrad Adenauer erneut im Palais Schaumburg zu sehen. Auch sie aus Gründen des Auslöffelns.
Moskau wünscht es, weil nur, wenn Konrad Adenauer Deutschlands neues Versailles unterschreibt, die Niederlage des Kalten Kriegers und Sowjetfeinds Adenauer vor aller Welt dokumentiert ist und auf niemand anderen abgewälzt werden kann.
Washington wünscht es, weil Präsident Kennedy bei Konrad Adenauer gewiß sein kann, daß der als Kanzler im Gegensatz zum Suppenkasper seinen Teller bis zur Neige leeren wird, ganz gleich, welche Zutaten Amerika aus
Rücksicht auf das eigene Prestige noch hineinschüttet.
So ist Konrad Adenauers außenpolitisches Scheitern sein größter Trumpf im Kampf um die vierte Kanzlerschaft: Mit selbstmörderischem Eifer drängt er darauf, ihn auszuspielen.
Ob der Trumpf allerdings stechen wird, hängt außer von den Fraktionen mit von einem Mann ab, den das Grundgesetz dazu ausersehen hat, dem Parlament auf seiner ersten Sitzung am 17. Oktober den neuen Regierungschef vorzuschlagen: vom Bundespräsidenten. Heinrich Lübkes große Stunde ist angebrochen. Es ist eine schwere Stunde. Nach den Bestimmungen der Verfassung (siehe Kasten Seite 30) sind für die Wahl eines neuen Kanzlers bis zu drei Phasen vorgesehen. Der Bundespräsident schlägt zunächst einen Kandidaten vor, der von der absoluten Mehrheit des Bundestags bestätigt werden muß; es braucht nicht der Führer der stärksten Partei zu sein.
Mißlingt dieser erste Wahlgang, so bricht eine 14tägige Periode an, in der jeder Kanzler-Kandidat sich dem Bundestag zur Wahl stellen kann. Nach übereinstimmender Meinung der Kommentatoren des Grundgesetzes sind in dieser Frist beliebig viele Wahlgänge möglich. Kann jedoch auch auf diese Weise kein Kanzler-Kandidat die absolute Mehrheit erringen, findet ein letzter Wahlgang statt.
In diesem letzten Wahlgang ist zum Kanzler gewählt, wer die meisten Stimmen - nicht mehr die Mehrheit - auf sich vereinigt. Das wäre dann ein sogenannter Minderheits-Kanzler.
Ein so gewählter Minderheits - Kanzler kann vom Bundespräsidenten in seinem Amt bestätigt werden. Wenn der Bundespräsident jedoch der Meinung ist, daß die Regierung eines solchen Minderheits-Kanzlers regierungsunfähig ist, kann der Staatschef die Ernennung des Regierungschefs auch verweigern. Er muß dann den Bundestag auflösen und Neuwahlen ausschreiben.
Alle drei Fälle sind unter den gegebenen Umständen möglich. In die Bonner Praxis umgesetzt, bedeutet das: Bundespräsident Lübke wird versuchen, zunächst einen Kandidaten vorzuschlagen, für den eine absolute Mehrheit gewiß ist. Denn eine Niederlage seines Kandidaten würde das Prestige des Staatschefs beeinträchtigen. Und Heinrich Lübke ist ein empfindsamer Mann. Ob er daher Konrad Adenauer überhaupt vorschlagen wird, wenn eine Mehrheit für ihn wie bisher ungesichert bleibt, erscheint fraglich.
Wird Konrad Adenauer aber nicht im ersten Wahlgang gewählt, ist seine Niederlage in der zweiten Phase ebenso gewiß. Und einem Kanzler Adenauer dritter Wahl droht heute schon die seidene Schnur.
Denn was Adenauer als Minderheits-Kanzler erwartet, formulierte FDPWirtschaftsexperte Scheel unter Anspielung auf die Adenauer-Spekulationen aus Kölner Oberbürgermeister-Zeiten (SPIEGEL 3/1961, 9/1961) so: "Wir werden ihm keinen Pfennig bewilligen. Spätestens im April nächsten Jahres muß er sich von der Deutschen Bank in Köln wieder einen Kredit holen, diesmal, um die Beamtengehälter auszuzahlen."
Eine von FDP und SPD nicht tolerierte Minderheits-Regierung Adenauer wäre also handlungsunfähig, und Bundespräsident Heinrich Lübke müßte Neuwahlen ausschreiben. Soweit aber darf es die CDU/CSU auf keinen Fall kommen lassen, denn dann erwartet die Union naturgemäß eine noch verheerendere Wahlniederlage als die Schlappe vom 17. September.
Bundespräsident Lübke, sowohl auf das Gemeinwohl als auch auf die Zukunft seiner Partei und die Würde seines Amts bedacht, steuert daher einen Ausweg an.
In der zweiten Hälfte der letzten Woche empfing er nacheinander die Fraktionsvorsitzenden Krone, Ollenhauer, Mende und Höcherl zur Audienz. In vertraulichem Gespräch neigte Staatsoberhaupt Lübke dabei bisher folgender Lösung zu: Kabinett der nationalen Konzentration zwecks Meisterung des deutschen Schicksals. Kanzler: noch unbestimmt.
WAHL DES KANZLERS
Artikel 63 des Grundgesetzes
Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestage ohne Aussprache gewählt.
Gewählt ist, wer die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages auf sich vereinigt. Der Gewählte ist vom Bundespräsidenten zu ernennen.
Wird der Vorgeschlagene nicht gewählt, so kann der Bundestag binnen vierzehn Tagen nach dem Wahlgange mit mehr als der Hälfte seiner Mitglieder einen Bundeskanzler wählen.
Kommt eine Wahl innerhalb dieser Frist nicht zustande, so findet unverzüglich ein neuer Wahlgang statt, in dem gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält Vereinigt der Gewählte die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages auf sich, so muß der Bundespräsident ihn binnen sieben Tagen nach der Wahl ernennen. Erreicht der Gewählte diese Mehrheit nicht, so hat der Bundespräsident binnen sieben Tagen entweder ihn zu ernennen oder den Bundestag aufzulösen.

DER SPIEGEL 40/1961
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