31.10.1962

KUBA-BLOCKADEFürchten gelehrt

Der Präsident der Vereinigten Staaten lag noch im Bett. Da wurden ihm die neuesten Luftbilder von Kuba gebracht. Es war Dienstag, der 16. Oktober, 9 Uhr früh. Die gefährlichste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs hatte begonnen.
Die Photos, von U-2-Flugzeugen tags zuvor aus 12 Kilometer Höhe aufgenommen, jedoch so gestochen scharf, daß "ein Golfball auf einer Wiese" ("New York Times") zu erkennen war, lieferten den letzten Beweis:
Sowjetische Techniker und Soldaten waren im Begriff, auf Kuba, 150 Kilometer vor der Küste Nordamerikas, Abschußrampen für Mittelstrecken-Raketen zu errichten. In Zukunft würde es den Sowjets damit möglich sein, Washington, Boston oder New Orleans ohne Warnung durch Atom-Feuer zu vernichten.
John F. Kennedy, 44, fühlte sich persönlich herausgefordert und belogen. So sagte er sechs Tage später in seiner Fernsehrede an die amerikanische Nation. Denn für ihn, der sein Amt mit dem Anspruch angetreten hatte, Amerikas Führungsrolle in der Welt wiederherzustellen, verbindet sich mit der Kuba-Frage die schlimmste Schlappe seiner bisherigen Amtszeit.
Seitdem quält ihn ein Trauma: als "Schweinebucht-Präsident" in die US-Geschichte einzugehen.
Deshalb reagiert er mit großer Empfindlichkeit auf jegliche Kritik, die ihn, der rastlos nach Aktion und Bewegung verlangt, als einen Mann karikiert, der, zu Untätigkeit, zum Zaudern und zum Appeasement neigt.
Angestachelt durch solche Kritik, die ihm bislang täglich aus Zeitungskolumnen und Senatorenreden entgegenhallte, entschloß sich der vermeintliche Zauderer plötzlich zu einer Aktion hart am Rande des großen nuklearen Krieges: zur Seeblockade gegen Kuba.
Schon am 4. September hatte Kennedy erklärt: "Es bleibt die Politik der USA, dem Castro-Regime nicht zu erlauben, seine aggressiven Zielsetzungen durch Gewalt oder Gewaltandrohung zu exportieren."
Und: "Das Castro-Regime wird durch alle etwa erforderlich werdenden Maßnahmen daran gehindert werden, Aktionen gegen irgendeinen Teil der westlichen Hemisphäre zu unternehmen."
Danach hatte der sowjetischen Botschafter in Washington, Anatolij Dobrynin, dem Präsidenten und seinem Außenminister mehrfach versichert, daß keine Raketen oder Kernwaffen auf Kuba installiert würden.
Auch die sowjetische Regierung selbst teilte am 11. September in einer öffentlichen Erklärung mit, daß sie nicht die Absicht habe, "Waffen für einen Vergeltungsschlag in irgendein anderes Land - zum Beispiel nach Kuba - zu verlegen". Dazu Kennedy: "Diese Erklärung war unwahr."
Die Lügen waren von Hohn begleitet. "Wie soll ich glauben", so spöttelte Nikita Chruschtschow im Frühjahr 1961 über die gescheiterte Kuba-Invasion, "daß es Kennedy in Berlin ernst meint, wenn er es zuläßt, daß die Landung in der Schweinebucht scheitert? Schließlich liegt ja Kuba an Amerikas eigener Hintertür."
Nach dem düsteren Gipfeltreffen in Wien äußerte sich der Kreml-Boß vor Diplomaten noch weitaus abfälliger über den neuen Herrn in Washington. "Ich glaube", so prahlte er, "ich habe den jungen Mann das Fürchten gelehrt."
Dem Präsidenten und seinem Intellektuellen-Team schien es an der Zeit, dieses gefährliche Kennedy-Bild in russischen Köpfen zu korrigieren. Die Polit-Strategen in Moskau sollten wissen, daß es die Vereinigten Staaten und ihr Präsident wirklich ernst meinen - in Berlin, in Kuba und anderswo. Die Situation schien dafür günstig: Die USA waren wie nie zuvor seit Ende des Zweiten Weltkriegs in der Lage, Ort und Zeitpunkt der Kraftprobe zwischen den beiden Weltmächten selbst zu bestimmen."
Am Donnerstag, dem 18. Oktober, zwei Tage nach Vorlage der U-2-Photos, empfing der Präsident den sowjetischen Außenministers Andrej Gromyko in seinem Arbeitszimmer im Weißen Haus.
"Gromyko sagte mir", so schilderte Kennedy später die zweieinhalb Stunden dauernde Unterredung, "er sei beauftragt, erneut im Namen seiner Regierung klarzustellen, daß die sowjetische Hilfe für Kuba allein den Zweck verfolge, zu den Verteidigungsmöglichkeiten Kubas beizutragen."
Und weiter: "Gromyko versicherte, daß die von sowjetischen Spezialisten vorgenommene Ausbildung kubanischer Staatsangehöriger für die Bedienung von Abwehrwaffen auf keinen Fall offensiven Charakter habe und daß, wenn es anders wäre, die Sowjet-Union sich niemals zu solcher Hilfeleistung bereit finden würde."
Kennedy, grimmig: "Diese Erklärung war ebenfalls unwahr."
Am Tag -nach der Gromyko-Visite entschloß sich Kennedy endgültig zum Handeln. Sowohl der Präsident als auch sein Stellvertreter, Vizepräsident Johnson, ließen erklären, sie seien erkältet und litten an leichtem Fieber. Beide brachen am 20. Oktober ihre Wahlreisen ab und kehrten nach Washington zurück.
Zur gleichen Stunde ließ der Präsident die führenden Politiker des amerikanischen Kongresses in die Hauptstadt zurückbeordern. Sonderflugzeuge der Air Force brachten die Wahlkämpfer aus allen Teilen des Landes in die Hauptstadt, in der plötzlich Krisenluft wehte.
Amerikas Verteidigungsminister McNamara hatte umfangreiche Truppenbewegungen im Süden der USA angeordnet. Geschwader der Luftwaffe wurden nach Florida verlegt. Marineinfanterie verstärkte die Besatzung des US-Flottenstützpunktes Guantánamo auf Kuba, während über 40 Schiffe der US-Navy in die Karibische See ausliefen.
Sämtliche amerikanischen Streitkräfte in allen Teilen der Welt wurden alarmiert, doch ließ das Pentagon diesen Alarm vor den Alliierten der USA zunächst geheimhalten.
Diese Maßnahmen, so erklärte das Verteidigungsministerium, das gleichzeitig für seine höchsten Beamten und Offiziere eine Urlaubssperre verhängte, seien lediglich Teil eines Manövers, genannt "Phibriglax", das zwischen Florida und Puerto Rico abgehalten werde.
Am 21. Oktober beruhigte Kennedys Pressechef Pierre Salinger nervöse Journalisten: "Ich gedenke, einen ruhigen Sonntag zu verbringen."
Präsident Kennedy ging am Sonntagmorgen wie gewöhnlich zur Kirche. Danach begannen im Präsidentenzimmer des Weißen Hauses, im siebten Stock des State Department, wo Außenminister Rusk mit seinen engsten Mitarbeitern residiert, und im Pentagon endlose, erregte Beratungen, die sich bis tief in die Nacht hinzogen.
Im Arbeitszimmer Kennedys versammelten sich die politischen Führer des US-Kongresses, denen US-Geheimdienstchef John A. McCone die Luftaufnahmen von Kuba erläuterte. Die Kongreßpolitiker, Demokraten wie Republikaner, gingen danach in ihren Forderungen wesentlich weiter als der Präsident selbst. Ihr Vorschlag: sofort eine Landung auf Kuba zu befehlen oder die sowjetischen Raketen-Stützpunkte zumindest durch Luftangriffe auszuschalten.
Den Plan des Präsidenten, mit einer Seeblockade die weitere Zufuhr offensiver Waffen nach Kuba zu verhindern, wollte der demokratische Senator Richard B. Russell, der Vorsitzende des Senatsausschusses für die Streitkräfte, nur als "ersten Schritt" einer späteren Invasion gelten lassen.
Gegen die Seeblockade erwarteten Kennedy und seine Berater keinen ernsthaften sowjetischen Gegenschlag, weder den großen nuklearen Krieg noch - als Repressalie - eine Attacke gegen Westberlin. Dennoch ist die Regierung, so ließen Beamte des State Department wissen, auf ein "Showdown (Kraftprobe) an zwei Fronten vorbereitet".
Mit ihrer Aktion glaubte die US-Regierung einem Manöver Chruschtschows zuvorzukommen. Der rasche Ausbau Kubas zur Raketenbasis sollte die USA - so deutete die "New York Times" die Überlegungen im Weißen Haus - "provozieren, einschüchtern und schließlich demütigen, in der Hoffnung, daß die dadurch entstehende Verwirrung sowie Meinungsverschiedenheiten zwischen den westlichen Alliierten den Widerstand gegen den sowjetischen Druck auf Berlin verringern würden".
Schlußfolgerung in Washington: Untätigkeit der USA gegenüber Kuba hätte die Glaubwürdigkeit der westlichen Position in Berlin zerstört.
Was nun geschah, entsprach Dean Achesons Rezept. Der Ex-Außenminister der Truman-Ära, heute Sonderberater des Präsidenten für Fragen der Atlantischen Gemeinschaft, hatte Kennedy schon bei dessen Amtsantritt angesichts der Berlin-Krise empfohlen, den Kalten Krieg unbarmherzig auf den Höhepunkt zu treiben, um dann die Sowjet-Union vor die Wahl zu stellen, entweder zu kämpfen oder zurückzuweichen.
Dean Acheson, 69, wurde nun ausersehen, die europäischen Alliierten auf dieses "Showdown" vorzubereiten und sie über die im Weißen Haus gefällten Entschlüsse zu informieren.
Noch ehe Kennedy am Montag über sämtliche Rundfunk- und Fernsehsender zur amerikanischen Nation sprach, flog Acheson nach Paris, um zunächst den französischen Staatschef de Gaulle und später den Ständigen Nato-Rät in einer nächtlichen Sondersitzung zu informieren. Danach reiste er nach Bonn weiter, um auch Bundeskanzler Adenauer zu unterrichten, den bereits USBotschafter Dowling mit Kuba-Luftbildern versorgt hatte.
Achesons Argumente für Kennedys Kuba-Kurs, mit dem die USA - auch für künftige weltpolitische Konflikte - ihre Stärke demonstrieren wollen:
‣ Die Seeblockade gegen Kuba schiebt der Sowjet-Union die Verantwortung zu, einen nuklearen Weltkrieg zu entfesseln, weil die Sowjetregierung zunächst keine anderen Möglichkeiten hat, auf die militärischen Aktionen der USA zu reagieren;
‣ die Sowjet-Union wird es nicht riskieren, mit einem Raketen-Frachter den Blockadering um Kuba zu durchbrechen, denn sie muß befürchten, daß ein solches Schiff in amerikanische Hände fällt, wobei den USA sowjetische Raketen-Geheimnisse zugänglich würden.
Dean Acheson, der US-Außenminister des Korea-Krieges, ließ durchblicken, daß er selbst bei den Beratungen im Weißen Haus für wesentlich schärfere Maßnahmen gegen Kuba, nämlich für die Invasion, plädiert habe.
Am Montagabend, 18 Uhr amerikanischer Zeit, verkündete Präsident Kennedy endlich vor der Welt, was Amerikas Alliierte kurz zuvor erfahren hatten.
Kennedy: "Um der offensiven Aufrüstung (auf Kuba) Einhalt zu gebieten, wird eine strikte Sperre (quarantine) für alle militärischen Angriffsausrüstungen, die auf dem Seewege nach Kuba gebracht werden, eingeführt. Alle für Kuba bestimmten Schiffe, gleichgültig welcher Nationalität ... werden zurückgeschickt, falls festgestellt wird, daß sie Offensivwaffen an Bord haben.
Und: "Diese Sperre wird, falls erforderlich, auch auf andere Frachten und Transportmittel ausgedehnt werden. Dagegen unterbinden wir den Transport lebensnotwendiger Dinge nicht, wie dies die Sowjets 1948 in ihrer Berlin-Blockade versuchten."
"Dieser plötzliche, heimliche Beschluß, strategische Waffen erstmals außerhalb sowjetischen Bodens zu stationieren", so begründete der Präsident, "ist eine vorsätzliche, provokatorische und ungerechtfertigte Änderung im Status quo, die von unserem Land nicht hingenommen werden kann, wenn unser Mut und unsere Verpflichtungen bei Freund und Feind noch ernst genommen werden sollen."
Gleichzeitig appellierte die US-Regierung an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und forderte "die sofortige Demontage und Entfernung aller Angriffswaffen auf Kuba unter Überwachung durch eine Uno-Beobachtergruppe".
Dem sowjetischen Premier wurde eine winzige Verhandlungsofferte gemacht. "Wir sind bereit", so sagte Kennedy, "neue Vorschläge für die Beseitigung der Spannungen auf beiden Seiten zu erörtern." Und weiter: "Chruschtschow hat jetzt Gelegenheit, die Welt vom Abgrund der Vernichtung zurückzuholen."
Die Sowjet-Union antwortete 21 Stunden später mit einer Klage vor dem Sicherheitsrat ("Die USA haben die Uno-Charta verletzt und bedrohen den Frieden"), militärischen Vorsichtsmaßnahmen und einer geharnischten Erklärung. "Wenn die Aggressoren einen Krieg entfesseln", drohte der Kreml abermals, "so wird die Sowjet-Union den wuchtigsten Gegenschlag führen."
Danach erholte sich Nikita Chruschtschow im Moskauer Bolschoi-Theater. Von sowjetischen Aktionen gegen die als "Piratenakt" verurteilte amerikanische Blockade war vorerst nicht die Rede.
Chruschtschows kubanischer Satellit Fidel Castro verkündete indessen vorsorglich die Generalmobilmachung, ließ Lebensmittel rationieren und erklärte zugleich, er werde keinerlei Inspektionen auf seiner Insel zulassen, "von welcher Seite sie auch kommen mögen".
Den überrumpelten Verbündeten Amerikas blieb nichts anderes übrig, als dem Blockade-Spiel Kennedys loyal ihre Reverenz zu erweisen, obgleich weder Briten oder Franzosen noch die anderen Nato-Mächte oder gar die lateinamerikanischen Republiken vorher zu Rate gezogen worden waren, wie es dem Geist der Bündnisverträge entsprochen hätte.
Besonders in England regten sich kritische Stimmen, die keine rationale Erklärung für das zu finden meinten, was Kennedy unternommen hatte - es sei denn die Hysterie des Wahlkampfes, in dem sich Amerika gegenwärtig befindet*.
Der Wahlkampf, in dem John F. Kennedy mit zahlreichen Reisen und Reden um seine Popularität kämpfte, kannte in der Tat vornehmlich ein Thema: "What about Cuba?"
Der Präsident suchte lange dieser Frage auszuweichen. Er sprach über die Landwirtschaft, die Sozialversicherung, die Steuergesetzgebung. Er forderte einen neuen Kongreß, der seine bislang gescheiterten Reformgesetze mit starken Mehrheiten verabschieden könnte.
Aber die Meinungsforscher stellten fest, daß die Mehrheit der amerikanischen Wähler von der Installierung russischer Waffen und der Ankunft sowjetischer Militärtechniker auf Kuba tiefer beunruhigt war als von der unzulänglichen Krankenversicherung. Die Republikaner bestritten den größten Teil ihrer Wahlkampagne mit der Kuba-Krise. Und der republikanische Senator Homer Capehart von Indiana brüllte: "Laßt uns Kuba blockieren, und wenn das nicht hilft, angreifen (invade)!"
Capeharts Parteifreund, der New Yorker Senator Kenneth Keating, hatte bereits einen Monat zuvor die gleiche Forderung erhoben. Keating berichtete dem Senat schon Mitte September, daß auf Kuba von den Sowjets Abschußrampen für Mittelstrecken-Raketen errichtet würden.
"Feiglinge sterben bereits viele Male vor ihrem eigentlichen Tod", stichelte Senator Keating gegen die zaudernde Kennedy-Regierung, "die Tapferen aber spüren den Tod nur einmal."
Tapfer und todesmutig wollten in diesen Wochen Hunderttausende von Amerikanern sein. Einen von ihnen traf US-Kolumnist Joseph Alsop in Kalifornien. Der Mann zeigte auf sein Haus und sagte: "Die Politik, die ich gegenüber Kuba befürworte, kann eine Atombombe gerade an dieser Stelle bedeuten. Aber ich würde das riskieren. Es ist notwendig, um zu gewinnen."
Diese Flut von nationalen Emotionen, Kommunisten-Angst und Wahl-Hysterie mußte der Präsident in seine Politik einkalkulieren. Während das Land von einem wilden Disput widerhallte, ob man Castro mit Waffengewalt zur Räson bringen oder sein Regime durch einen erbarmungslosen Wirtschaftskrieg auf die Knie zwingen sollte, war Kennedy unbeirrt dabei geblieben, daß eine militärische Invasion unsinnig sei.
Noch am 4. September beschwichtigte der Präsident: "Es liegen keinerlei Anzeichen dafür vor, daß sich organisierte Kampfverbände aus irgendeinem Lande des Ostblocks in Kuba befinden, daß der Sowjet-Union militärische Stützpunkte zur Verfügung gestellt wurden, daß Raketen für einen offensiven Erdeinsatz verfügbar sind oder daß ein wesentliches offensives Potential vorhanden ist, sei es nun in kubanischen Händen oder unter sowjetischem Kommando."
Doch der Kongreß setzte sich über die einschränkende Formulierung Kennedys hinweg, das Castro-Regime verfüge nur über defensive Waffen und sei infolgedessen - trotz der sowjetischen Militärhilfe - keine unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten, als er über die von der Regierung geforderte Vollmacht beriet, notfalls 150 000 Reservisten zu den Waffen zu rufen.
Der Präsident wurde vom Kongreß am 20. September in einer Resolution ermächtigt, "mit allen erforderlichen Mitteln, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, zu verhindern, daß das marxistisch-leninistische Regime in Kuba seine aggressive oder subversive Tätigkeit durch Gewalt oder mit der Androhung von Gewalt auf irgendeinen anderen Teil dieser (westlichen) Hemisphäre ausdehnt".
Der Kongreß forderte die Regierung außerdem auf, "mit allen Mitteln die Entstehung eines von außen unterstützten militärischen Potentials auf Kuba zu verhindern, das die Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährdet".
Damit besaß Präsident Kennedy größere Vollmachten, als er gefordert hatte, ja sogar den Auftrag des Parlaments, zu einem günstig erscheinenden Zeitpunkt gegen das ärgerniserregende kommunistische Regime auf Kuba einzuschreiten.
Seit Fidel Castro am 1. Januar 1959, aus amerikanischen Quellen mit Geld und Waffen unterstützt, als Sieger aus dem kubanischen Bürgerkrieg hervorging, hatten sich seine Beziehungen zu den USA bis zu offener Feindschaft verschlechtert, während seine Bindung an die Sowjet-Union immer enger wurde.
Denn Castros Revolution lebte nicht nur von der traditionellen Yankee-Feindschaft Lateinamerikas, sie kollidierte auch sehr bald mit vitalen Wirtschaftsinteressen der USA.
Noch im Februar 1959 erklärte Kubas neuer Regierungschef, der in den USA zunächst als Held gefeiert, bald darauf jedoch wegen seiner blutigen Revolutions-Justiz kritisiert wurde: "Unsere Bewegung ist eine Partei radikaler Ideen, aber sie ist keine kommunistische Bewegung und unterscheidet sich vom Kommunismus in wesentlichen Punkten."
Als Castro im April 1959 in den USA zu Gast war und in Washington vom damaligen Vizepräsidenten Nixon und von Außenminister Herter empfangen wurde, kamen Amerikas Politiker zu dem Schluß, der Revolutionär aus Havana, der um amerikanische Dollar-Hilfe bat, sei ein zuverlässiger Anti-Kommunist. Denn Castro beruhigte: "Wenn zufälligerweise irgendwelche Kommunisten in meiner Regierung sein sollten, so ist ihr Einfluß gleich Null."
Die Entfremdung zwischen den USA und Kuba begann, als Castro eine Bodenreform einleitete und alle ausländischen Zuckerplantagenbesitzer, in der Mehrheit amerikanische Staatsbürger, ohne Rücksicht auf Proteste aus Washington enteignete.
Bald darauf unternahmen die ersten aus Kuba geflohenen Castro-Feinde von nordamerikanischem Boden aus Sabotage-Akte gegen das Insel-Regime. Castro klagte: "Die USA unterstützen die Konterrevolution."
Chruschtschows Vizepräsident Anastas Mikojan fand deshalb aufmerksame Zuhörer, als er im Februar 1960 in Havana erschien und den Kubanern, die bislang als größte Zucker-Exporteure der Welt weitgehend vom nordamerikanischen Markt abhängig gewesen waren, einen Handel vorschlug:
900 000 Tonnen sowjetisches Rohöl sollten nach Kuba fließen, während sich die Sowjetregierung verpflichtete, in den folgenden fünf Jahren jeweils eine Million Tonnen Kuba-Zucker zu kaufen. Gleichzeitig gewährte die Sowjet-Union ihren neuen kubanischen Freunden einen Kredit von 100 Millionen US-Dollar.
Kuba entrann durch diesen Handel zwar seinen ökonomischen Bindungen an die USA, geriet jedoch in eine neue, weit gefährlichere Abhängigkeit - diesmal von der Sowjet-Union.
Die Folge: ein offener Wirtschaftskrieg zwischen der Zuckerinsel und den USA, der größten kapitalistischen Weltmacht, die damit einen kommunistischen Einbruch in ihre Interessensphäre abzuwehren trachtete.
Am 27. Mai 1960 strich Präsident Eisenhower die amerikanische Wirtschaftshilfe für Kuba, die bis dahin 150 bis 200 Millionen Dollar jährlich betragen hatte.
Castro schlug zurück: Er ließ sämtliche amerikanischen Hotels auf Kuba beschlagnahmen und wenig später, Ende Juni 1960, auch die ausländischen Ölgesellschaften enteignen. Seine Begründung: Die in amerikanischem und britisch-holländischem Besitz befindlichen Raffinerien der Esso, Texaco und Shell hatten sich geweigert, nach Kuba importiertes sowjetisches Rohöl zu verarbeiten.
Der nächste Schritt: Die USA stoppten ihre gesamte Zucker-Einfuhr aus Kuba von bis dahin 3,5 Millionen Tonnen jährlich und verhängten schließlich ein Embargo über den Kuba-Handel. Jegliche Einfuhr aus Kuba wurde verboten, exportiert werden dürfen seit Februar 1962 nur noch Medikamente und einige Lebensmittel.
Derart bedrängt, verstaatlichte Castro nicht nur den letzten amerikanischen Besitz auf der Insel, sondern sah sich auch genötigt, seinen gesamten Handel auf den Ostblock auszurichten, dessen Regierungen sich bereit erklärten, vier Millionen Tonnen Kuba-Zucker jährlich abzunehmen.
Als die Waffen des Wirtschaftskrieges versagten und es den amerikanischen Diplomaten nicht gelang, die lateinamerikanischen Republiken gegen das Insel-Regime zu mobilisieren, geriet die amerikanische Kuba-Politik in eine neue Phase: US-Geheimdienst und Pentagon bereiteten zusammen mit Exil-Kubanern insgeheim den militärischen Sturz des Castro-Regimes vor.
Doch das Unternehmen, von der Eisenhower-Regierung eingeleitet und von Kennedy gebilligt, scheiterte nach drei blutigen Kampftagen. Der Präsident hatte den gegen Castros Truppen kämpfenden Exil-Kubanern in letzter Stunde die ursprünglich zugesagte Luftunterstützung entzogen, um jeden Eindruck zu verwischen, als seien die USA direkt an dem Landeunternehmen in der Schweinebucht beteiligt.
Von seinen militärischen und zivilen Ratgebern zu raschem Entschluß gedrängt, schwankte Kennedy am 18. April - an jenem Abend als Gastgeber eines Kongreßempfangs in Frack und weißer Schleife -, ob die Jagdmaschinen der in der Nähe Kubas kreuzenden US-Flugzeugträger die Invasoren unterstützen sollten oder nicht.
Schließlich gestattete der Präsident, wie die amerikanische Zeitschrift "US News & World Report" jüngst enthüllte, daß die Kampfflugzeuge eines amerikanischen Flugzeugträgers für genau eine Stunde eingesetzt werden sollten. In dieser Zeitspanne sollten die Invasoren unter dem Luftschirm der US-Maschinen Nachschub an Land bringen, während die B-26-Bomber der Exilkubaner einen Angriff auf Castros Panzer fliegen wollten. Gegen Bodenziele sollten US-Flugzeuge nicht eingesetzt werden.
Aber selbst dieser begrenzte Plan einer US-Unterstützung für die Anti-Castro-Legionäre schlug fehl. Bei der Befehlsübermittlung gab es Pannen ("US News & World Report": communications mixups). Die exilkubanischen Flieger setzten ihren Angriff zur falschen Zeit an; die US-Flugzeuge starteten überhaupt nicht. Am Abend des 19. April gingen die letzten Castro-Gegner in Gefangenschaft.
Castro triumphierte: "Die Söldner-Armee, die während weniger als 772 Stunden kubanisches Territorium besetzt hatte, ist vernichtet worden."
Bei einem Dinner für führende Politiker der demokratischen Partei gestand Kennedy am nächsten Tage, daß die amerikanische Weltmacht eine bittere Niederlage erlitten hatte.
Die Kennedy-Regierung kehrte danach wieder zum ursprünglichen Rezept ihrer Kuba-Politik zurück, in der Hoffnung, durch verstärkten wirtschaftlichen Druck und diplomatische Isolierung - verbunden mit der Förderung der exilkubanischen Bewegung - das Castro-Regime doch noch stürzen zu können.
Castro selbst, der ursprünglich damit geliebäugelt haben mochte, eine neutrale Position zwischen den Machtblöcken zu beziehen, schloß sich nun endgültig dem kommunistischen Lager an: Am 1. Mai 1961 proklamierte er Kuba zum sozialistischen Staat, schaffte das Wahlrecht ab und schloß sämtliche politischen Gruppen zu einer Einheitspartei zusammen.
Wenige Monate darauf, Anfang Dezember 1961, bekannte er: "Ich habe noch vor zehn Jahren gewisse Vorbehalte gegenüber dem Kommunismus gehabt, derer ich mich heute schäme." Und: "Ich bin Marxist-Leninist und werde es bis zu meinem Tode bleiben."
Dennoch verschloß sich-die Sowjetregierung aus strategischen Erwägungen den kubanischen Wünschen, die Insel in den Warschauer Pakt, die Militär-Allianz der kommunistischen Staaten, aufzunehmen. Als der kubanische Verteidigungsminister, Castros Bruder Raúl, den Wunsch im Juli dieses Jahres in Moskau vortrug, erwiderte ihm Chruschtschow: "Ich will etwas viel Besseres tun, ich werde Russen nach Kuba senden."
Seit dieser Zeit erhält das Castro-Regime nicht nur eine verstärkte Wirtschaftshilfe, sondern in zunehmenden Maße auch Waffen und Instrukteure aus der Sowjet-Union. Ein Vertrag, den der kubanische Industrieminister, Ernesto Guevara, zusammen mit Sowjet-Premier Chruschtschow am 2. September in Moskau unterzeichnete, regelt den Fluß der militärischen und wirtschaftlichen Hilfe.
"Auf Ersuchen der kubanischen Regierung liefert die Sowjet-Union", so erläuterte die Sowjetregierung ihren Beistand für Castro, "in Anbetracht der Drohungen aggressiver imperialistischer Kreise an Kuba auch eine gewisse Menge Waffen. Die kubanischen Staatsmänner baten ferner darum, sowjetische Militärfachleute nach Kuba zu entsenden."
Und: "Wir haben diesem Ersuchen Verständnis entgegengebracht. Die Zahl der sowjetischen Militärfachleute, die nach Kuba entsandt werden, läßt sich jedoch keineswegs vergleichen mit der (weitaus höheren) Zahl der Funktionäre aus Landwirtschaft und Industrie, die dorthin geschickt werden. Die Waffen und die militärischen Ausrüstungen, die an Kuba geliefert werden, sind ausschließlich für Verteidigungszwecke bestimmt."
Mit der Entsendung von Waffen und Soldaten nach Kuba stützte die Sowjetregierung zwar das Castro-Regime, dennoch hat Chruschtschow - obschon er sich dazu bekennt, Revolutionen und nationale Befreiungsbewegungen an jeder Stelle des Erdballs unter seinen Schutz zu nehmen - bis heute vermieden, eine vertragliche Bindung einzugehen, die ihn zwingen würde, in jeden militärischen Konflikt um Kuba einzugreifen.
Der Sowjet-Premier verkündet seit zwei Jahren seine Bereitschaft, den roten Vorposten in der westlichen Hemisphäre zu schützen, doch geschah das stets in sorgsam abgewogenen Formulierungen. Sie waren zwar bisher als Drohungen wirksam, enthielten aber keine ausdrückliche Garantie-Erklärung.
Chruschtschow am 9. April 1960: "Sowjetische Artilleristen könnten, sollte dies notwendig werden, dem kubanischen Volk mit Raketenfeuer zu Hilfe kommen, falls aggressive Kräfte im Pentagon eine Intervention gegen Kuba wagen sollten."
Am 17. April 1961, als die exilkubanischen Legionäre in der Schweinebucht verbluteten, schrieb der Sowjet-Premier dem US-Präsidenten: "Wir werden dem kubanischen Volk und seiner Regierung jede erforderliche Hilfe angedeihen lassen, damit der bewaffnete Angriff gegen Kuba abgeschlagen wird." Aber eine demonstrative militärische Hilfe unterblieb.
Und am 11. September 1962 hieß es: "In einer Zeit, da die USA ihre Streitkräfte mobilisieren und eine Aggression gegen Kuba ... vorbereiten, möchte die Sowjetregierung darauf aufmerksam machen, daß es heute unmöglich ist, Kuba zu überfallen und darauf zu rechnen, daß dieser Überfall für den Aggressor straffrei ausgehen wird."
Mit sowjetischer Hilfe ist Kuba im Begriff, zu einem Militärstützpunkt zu werden, der nicht nur wichtige maritime Verkehrswege der Vereinigten Staaten bedroht, sondern auch die Polit-Strategen der USA zwingt, das Verteidigungssystem Nordamerikas neu zu überdenken.
Amerikas Militärs müssen nun damit rechnen, im Süden des Bundesgebietes im Ernstfall eine Front zu haben, die beträchtliche amerikanische Streitkräfte bindet. Truppen, Flugzeuge und Kriegsschiffe, die bislang nicht vorhanden sind und von anderen Kriegsschauplätzen abgezogen werden müßten.
Kuba - mit 114 000 Quadratkilometern etwa halb so groß wie die Bundesrepublik, jedoch nur von 6,8 Millionen Menschen bewohnt - besitzt heute eine Armee von 300 000 Mann, die mithin größer als das westdeutsche Bundesheer (250 000 Mann) ist; sie wird von etwa 5000 Sowjet-Offizieren und Sowjet-Technikern gedrillt. Diese Armee verfügt über, etwa 250 sowjetische Panzer, rund 1000 Geschütze, 2000 Flugabwehrwaffen sowie 200 Düsenflugzeuge sowjetischer Bauart.
In der befestigten Bucht von Havana entsteht ein Hafen für sowjetische U-Boote (die Raketen tragen können), und an mindestens zwei Stellen der Insel sind Stützpunkte für sowjetische Mittelstrecken-Raketen in Bau. Dort sollen etwa 30 sowjetische Raketen vom Typ T-2 installiert werden, die eine Reichweite von rund 3600 Kilometern haben. Mit ihnen könnten Ziele im gesamten Gebiet der USA, mit Ausnahme Kaliforniens und, des nordwestlichen Küstengebiets (siehe Karte Seite 102) unter Atom-Feuer genommen werden.
Kuba, besitzt außerdem mindestens 15 größere Flugplätze, auf denen mehrere Geschwader sowjetischer Düsenbomber vom Typ Iljuschin Il-28 festgestellt wurden. Die Iljuschin-Maschinen können Atomwaffen tragen und als Mittelstrecken-Bomber mit einer Reichweite von 1600 Kilometern Ziele im Osten und Süden der USA mit Schallgeschwindigkeit anfliegen.
Noch weiß niemand im, US-Verteidigungsministerium, ob sich bereits Atomsprengköpfe für die T-2-Raketen und Atombomben für die Il-28-Bomber auf Kuba befinden. Doch ist den US-Militärs klar, daß hier eine neue Bedrohung für die USA entsteht, die eine Revision ihrer Strategie erforderlich macht, falls es nicht gelingt, sie binnen kurzer Zeit zu beseitigen.
Solange die USA nur von den in der Sowjet-Union installierten interkontinentalen Raketen bedroht werden, die etwa 30 Minuten Flugzeit benötigen, um ihre Ziele auf dem nordamerikanischen Kontinent zu erreichen, bleibt den Amerikanern eine Warnzeit von mindestens 15 Minuten. Bei sowjetischen T-2-Raketen, die in Kuba starten, gibt es kaum noch eine Warnung, denn sie würden - bei 8000 Kilometer Stundengeschwindigkeit - ihre Ziele in den USA in wenigen Minuten erreichen.
Der amerikanische Präsident sah drei Möglichkeiten, auf diese durch U-2-Luftbilder enthüllte Umwandlung Kubas in einen sowjetischen Militärstützpunkt zu reagieren. Kennedy konnte
‣ sofort eine militärische Operation gegen die Insel befehlen, zu der ihn seine innenpolitischen Kritiker seit langem drängten;
‣ die (inzwischen eingeleitete) Seeblockade über Kuba verhängen; um zu verhindern, daß die Sowjet-Union ihr militärisches Potential in der Karibischen See in raschem Tempo verstärkt, oder
‣ weiterhin bei der Definition bleiben, es handle sich bei dem nach Kuba gebrachten Kriegsmaterial lediglich um "Defensivwaffen", die kein amerikanisches Eingreifen erforderlich machten (und damit einen offenen Konflikt mit der Sowjet-Union vermeiden).
Dazu meinte die US-Kolumnistin Marguerite Higgins: "Demokraten ebenso wie Republikaner fragen sich jetzt, ob Präsident Kennedy über den Abstieg Amerikas als Großmacht präsidieren will."
Auch im Kreise der engsten Ratgeber des Präsidenten gab es bald mehr Befürworter als Gegner einer militärischen Aktion gegen Kuba.
Zu tief war der amerikanische Nationalstolz durch das Gebaren des kubanischen Diktators verletzt. Zu deutlich hatte sich seit dem gescheiterten Unternehmen in der Schweinebucht gezeigt, daß der Einsatz, den eine solche Operation an Menschen und Material fordern würde, von Monat zu Monat gestiegen war; er hatte sich nach Berechnungen des Pentagon allein innerhalb des letzten Jahres verdoppelt und würde, so befürchteten hohe amerikanische Militärs, in einigen Monaten bereits so groß sein, daß konventionelle Streitkräfte allein nicht mehr genügten, um die USA vom Kuba-Alpdruck zu befreien.
Generalmajor Max S. Johnson, ehemals Kommandeur der US-Heeres-Kriegsschule, schätzte Ende September in einer militärischen Studie, daß gegenwärtig sechs amerikanische Divisionen erforderlich seien, um Kuba in einer kombinierten Luft-See-Operation zu überrennen.
Johnson schlug vor, daß zwei Divisionen der Armee oder der Marine-Infanterie an verschiedenen Stellen der kubanischen Küste landen sollten, während die Fallschirmjäger einer Luftlande-Division über dem Hinterland abzuspringen hätten, um wichtige Flugplätze und Straßen in ihre Hand zu bekommen. Drei weitere Divisionen sollten dieser ersten Welle folgen.
Über tausend Flugzeuge, die von Basen in Florida, vom US-Stützpunkt Guantánamo oder von Flugzeugträgern starten sollten, wären erforderlich, um bereits in den ersten Stunden der Invasion die Luftherrschaft über der Insel zu erkämpfen.
Die Eroberung Kubas wäre, sofern die Sowjet-Union nicht in die Kämpfe eingreift, nach Ansicht General Johnsons in etwa drei Wochen möglich. Die letzten Widerstandsnester fanatischer Castro-Anhänger in den Gebirgen des Landes könnten in etwa drei Monaten ausgeräumt sein.
Die Verluste einer derartigen Operation hat US-Senator Morse, als das erste Kuba-Debakel vom amerikanischen Kongreß untersucht wurde, auf über 40 000 Tote geschätzt.
Die militärischen Überlegungen stießen allerdings, wie sich bei der Diskussion Kennedys mit den führenden Politikern des Kongresses zeigte, auf ein großes Hindernis: Die sechs Divisionen für die Eroberung Kubas sind nicht verfügbar, sofern die USA nicht ihre im Mutterland stationierten Streitkräfte, die sie in einem solchen Falle auch für andere mögliche Kriegsschauplätze bereithalten müssen, in gefährlichem Maße schwächen wollen.
Die USA besitzen gegenwärtig 19 Kampfdivisionen, von denen 16 zur Armee (insgesamt 960 000 Mann) und drei zum Marinekorps (insgesamt 190 000 Mann) zählen. Acht Armeedivisionen und zwei Divisionen der Marine-Infanterie sind auf dem nordamerikanischen Kontinent stationiert. Fünf weitere Armeedivisionen sind in Europa gebunden; zwei liegen in Südkorea und eine auf Hawaii. Die dritte Division des Marinekorps ist im Fernen Osten und im Pazifik stationiert.
Nahezu die Hälfte der amerikanischen Streitkräfte ist durch weltweite Bündnisverpflichtungen der USA gegenüber mehr als 50 Nationen über den ganzen Erdball verstreut. Allein in Europa und Nordafrika dienen 446 000 Mann auf 79 Stützpunkten in 11 Ländern und in Westberlin sowie an Bord der 6. US-Flotte im Mittelmeer.
Im Fernen Osten unterhalten die USA 53 Stützpunkte auf Hawaii, Okinawa und in fünf fremden Ländern. Dort dienen - einschließlich der 7. Flotte im Pazifik - 248 000 Mann.
Wenn die sechs für eine Kuba-Invasion erforderlichen Divisionen der strategischen Reserve in den USA entnommen werden müssen, wäre das Pentagon gezwungen, etwa vier bis sechs Reservedivisionen zu den Waffen zu rufen, um für den Eventualfall gerüstet zu sein.
Denn als Eingreifreserve für andere Kriegsschauplätze sind nach der Kalkulation des Pentagon mindestens sechs voll ausgerüstete und gut ausgebildete Divisionen erforderlich.
Mit der Einberufung von Reservisten hat jedoch das US-Verteidigungsministerium schlechte Erfahrungen gemacht. Die 157 000 Reservisten, die im vergangenen Sommer während der Berlin-Krise eingezogen wurden, haben sich eher als eine Belastung denn als eine Verstärkung der aktiven Truppe erwiesen. Die Reserve-Einheiten waren nicht kampfbereit, weil Waffen und Ausrüstung fehlten. Ihr Ausbildungsstand war gering. Die Einberufungsmaschinerie funktionierte nicht störungsfrei.
Die von Kennedy erwirkte Vollmacht, abermals 150 000 Reservisten einberufen zu können, hatte deshalb lediglich papierene Bedeutung. US-Verteidigungsminister Robert S. McNamara drängt darauf, die US-Army möglichst bald auf 22 Divisionen zu verstärken; erst dann, so meint er, seien die USA in der Lage, einen begrenzten Krieg - etwa in Kuba - auszufechten.
"Die gegenwärtige Krise", erklärte McNamara, "ist, was die militärischen Erfordernisse und die möglichen militärischen Operationen angeht, sehr viel ernster, als es der Krieg in Korea jemals war."
Bei dieser Lage der Dinge, die es der Atommacht Amerika zwar gestatten würde, die große Sowjet-Union mit Nuklearwaffen auszuradieren, die es ihr aber unmöglich macht, einen begrenzten Krieg in Kuba zu führen, ohne gleichzeitig ihre Bündnisverpflichtungen in der übrigen Welt sträflich zu vernachlässigen, fiel die Entscheidung in der Beraterrunde rund um den Schaukelstuhl des Präsidenten schließlich zugunsten jener von Kennedy befürworteten Seeblockade.
"Eine Blockade", urteilte General Max S. Johnson, "ist eine sehr delikate Operation. Sie zwingt zur Einmischung in die Schiffahrt und in den Flugverkehr unserer Alliierten ebenso wie in die Schiffsbewegungen gegnerischer Nationen. Am Ende könnte eine Kriegserklärung der einzige Ausweg sein, mit den völkerrechtlichen und anderen Problemen fertig zu werden."
Allerdings hat die von Kennedy verhängte Blockade den Vorteil, nur verhältnismäßig geringe Streitkräfte zu erfordern:
‣ Ein Flugzeugträger mit 60 bis 70 Düsenjägern an Bord, der von sechs Zerstörern begleitet wird, genügt, um die Zugänge zu den beiden einzigen Kuba-Häfen Havana und Santiago zu kontrollieren, die von ozeangängigen Schiffen angelaufen werden können.
‣ Zwölf weitere Zerstörer sind erforderlich, um die in das Sperrgebiet um Kuba eindringenden Schiffe zu untersuchen und Blockadebrecher mit Konterbande an Bord gegebenenfalls in die nächsten US-Häfen zu geleiten.
‣ 30 bis 40 Patrouillenboote kontrollieren den küstennahen Schiffsverkehr und untersuchen kleinere Schiffe auf Konterbande.
‣ 20 bis 30 mit Radar ausgerüstete Flugzeuge befinden sich ständig in der Luft, um den Seebereich rund um die Insel zu überwachen und den Blockade-Streitkräften jede Annäherung fremder Schiffe zu melden.
Die übrigen US-Streitkräfte sind alarmbereit für den Fall, daß sich aus der Blockade kriegerische Handlungen entwickeln sollten.
Die Blockade gilt seit Jahrhunderten als ein legitimes Mittel der Seekriegführung, um Häfen und Küsten des Gegners militärisch abzusperren. Nach der Pariser Seerechts-Deklaration von 1856 ist sie lediglich an zwei Voraussetzungen gebunden: Sie muß
‣ durch die kriegführende Regierung proklamiert und den neutralen Mächten auf diplomatischem Wege mitgeteilt und
‣ durch ein ausreichendes Flottenaufgebot vor den feindlichen Küsten wirksam erzwungen werden.
Das gleiche gilt für die sogenannte friedliche Blockade, die als Repressalie gegen Völkerrechtsverletzung zulässig ist, aber eine Maßnahme am Rande des Krieges darstellt.
In der Uno-Satzung (Artikel 42) zählt die Blockade zu den militärischen Sanktionen, die der Weltsicherheitsrat gegen einen Friedensbrecher verhängen kann.
In fünf von zwanzig Fällen, in denen im 19. Jahrhundert eine friedliche Blockade versucht worden ist, führte sie zum Kriege. Das geschah, obschon sie nach den bisherigen Regeln des Völkerrechts ein wenig brauchbares Instrument ist, denn sie darf sich nur gegen die Schiffe des blockierten Landes, nicht aber gegen die Schiffe anderer Mächte richten; das wären im Falle Kubas ausschließlich kubanische Fahrzeuge, nicht jedoch die Frachter der Sowjet-Union oder anderer Nationen.
Nach der Londoner Deklaration zum Seekriegsrecht vom Jahre 1909, die zwar von den vertragschließenden Mächten niemals ratifiziert wurde, die aber dennoch internationales Gewohnheitsrecht geworden ist, darf die blockierende Macht alle im Sperrgebiet fahrenden Schiffe auf Konterbande durchsuchen oder bei Widerstand sogar versenken.
Für ihre Maßnahmen gegen Kuba, die sich auf ein Gebiet von etwa 5000 Quadratmeilen erstrecken, haben die USA allerdings nicht den Begriff der Blockade gewählt, sondern die Bezeichnung "Quarantäne", die Präsident Roosevelt im Jahre 1937 erstmals für solche Fälle benutzte.
Kennedys Quarantäne ist eine Art "friedliche Blockade", die freilich das volle Risiko einschließt, in einen Krieg zu münden, weil dabei die beiden nuklearen Weltmächte in den Gewässern vor Kuba aufeinandertreffen.
Maritime Blockaden sind in der Vergangenheit meist nur dann wirksam gewesen, wenn sie von kriegerischen Operationen begleitet waren. Das gilt auch für das größte historische Beispiel dieser Art, die von Kaiser Napoleon I. im November 1806 zu Berlin dekretierte Kontinentalsperre, durch die der Handel zwischen den britischen Inseln und dem größten Teil des europäischen Festlandes unterbunden werden sollte.
Zwar zwang der Franzosen-Kaiser auch seine Widersacher Preußen, Rußland, Spanien, Österreich und schließlich das mit England verbündete Portugal, die von ihm verhängte Blockade zu achten, da jedoch Großbritannien und nicht das kaiserliche Frankreich die Meere beherrschte, blühte der Schleichhandel, der Napoleons Blockade umging. Als eifrige Blockadebrecher betätigten sich damals die kurz zuvor unabhängig gewordenen Nordamerikaner.
Derartige Erfahrungen erleichterten Washington das erste Blockade-Unternehmen der US-Geschichte. Es galt der Küste Kubas. Nachdem das US-Schlachtschiff "Maine" Anfang 1898 im Hafen von Havana explodiert war, erklärte Präsident William McKinley eine Blockade gegen Kuba und forderte die spanischen Herren der Insel auf, das Land zu verlassen. Spanien lehnte ab - zwei Tage später brach der Krieg zwischen Madrid und Washington aus.
Der erste Fall einer friedlichen Blockade ereignete sich während des griechischen Befreiungskrieges gegen die Türken (1821 bis 1829). Damals blockierten britische, französische und russische Seestreitkräfte jenen Teil der griechischen Küste, der noch von türkischen Truppen besetzt war. Aber die friedliche Blockade endete 1827 mit der Seeschlacht von Navarino, in der die türkische Flotte vernichtet wurde.
Auch der zweite Modellfall einer friedlichen Blockade ereignete sich im Mittelmeer: Im Jahre 1886 sperrten Großbritannien, Österreich-Ungarn, Italien, Rußland und das Deutsche Kaiserreich die griechische Küste, um Griechenland daran zu hindern, einen neuen Krieg gegen die Türken zu führen.
Wie leicht friedliche Blockaden, die im Völkerrecht nach wie vor umstritten sind, durchbrochen werden können, zeigte die Blockade Westberlins im Jahre 1948 durch die Sowjet-Union.
Die Sperre der Eisenbahnlinien, Straßen und Wasserwege wurde von den Westmächten durch eine Luftbrücke überwunden, mit der über zwei Millionen Tonnen Versorgungsgüter in die belagerte Stadt gebracht wurden. Nach zehn Monaten gab die Sowjet-Union ihren Versuch auf, die Westmächte auf diese Weise aus Berlin zu vertreiben.
Die amerikanische Blockade gegen Kuba richtet sich zunächst nur gegen jenes Kriegsmaterial, das die US-Regierung zu den "Offensivwaffen" zählt. Dazu gehören nach dem Erlaß der Kennedy-Regierung Raketen, Bombenflugzeuge, Bomben, Fernlenkgeschosse sowie Sprengköpfe für diese Waffen und dazugehörige elektronische und mechanische Geräte. Den Transport lebensnotwendiger Güter nach Kuba wollen die USA nicht unterbinden.
Die Kuba-Blockade ist also nicht etwa eine Fortsetzung des bisherigen Wirtschaftskrieges gegen den Inseldiktator, sondern der Versuch, das Castro-Regime durch militärischen und politischen Druck von seiner sowjetischen Schutzmacht zu trennen.
Dieser Druck kann nur wirksam sein, wenn es den Russen nicht gelingt, die amerikanische Blockade zu umgehen oder zu durchbrechen.
Der Transport der von der US-Regierung als Konterbande deklarierten Waffen auf dem Luftweg nach Kuba dürfte sich als außerordentlich schwierig erweisen.
Zwar haben die Sowjets auch bisher schon Versorgungsflüge nach der Karibischen See unternommen, doch wurden ihre Transportmaschinen nach der Zwischenlandung auf Neufundland von Piloten der Königlich-Kanadischen Luftwaffe übernommen.
Die Kanadier flogen die sowjetischen Luftfrachten entlang der amerikanischen Ostküste nach Havana, weil - so lautete die offizielle Begründung - die Sowjet-Piloten mit dieser Strecke nicht vertraut waren.
Die kanadische Regierung hat jetzt die Zwischenlandung sowjetischer Maschinen auf kanadischem Boden verboten. Die Sowjets müssen sich also für ihre Flüge nach Kuba eine neue Route suchen und gegebenenfalls in den sowjet-freundlichen westafrikanischen Republiken Ghana und Guinea zwischenlanden.
Allerdings ist das in Frage kommende Kriegsmaterial - mit Ausnahme von Atomsprengkörpern - ein so sperriges Gut, daß es selbst in den größten sowjetischen Langstreckenflugzeugen vom Typ Tupolew TU-114 nur schwer untergebracht werden kann.
Die sowjetische Mittelstrecken-Rakete T-2, die nach amerikanischen Angaben in den Abschußbasen auf Kuba installiert werden soll, ist 25 Meter lang und hat einen Durchmesser von drei Metern. Das Geschoß kann, so urteilen amerikanische Raketenexperten, für den Transport nicht in wesentlich kleinere Einzelteile zerlegt werden, findet also in der TU-114 keinen Platz.
Ein Durchbrechen der Blockade wäre allenfalls einem von sowjetischen Kriegsschiffen eskortierten Geleitzug möglich. Das würde freilich für die Sowjet-Union das Risiko eines Seekrieges einschließen, den ihre Flotte - mehrere Tausend Kilometer von ihren Heimathäfen entfernt - gegen die stärkste Seemacht der Welt ausfechten müßte, die heute den Atlantik beherrscht.
Solche Opfer aber ist der kubanische Vorposten den Kreml-Politikern wohl kaum wert. Sowenig Chruschtschow für seinen karibischen Satelliten einen Atomkrieg wagt, sowenig ist er offenbar bereit, für sieben Millionen Kubaner seine Flotte einzusetzen und dabei das Prestige der sowjetischen Weltmacht zu verpfänden.
Um zunächst jeden Zusammenstoß mit der amerikanischen Blockade-Flotte zu vermeiden, gab die Sowjetregierung ihren Frachtern am vorigen Donnerstag Anweisung, sich dem Sperrgebiet um Kuba fernzuhalten.
Nur ein sowjetischer Öltanker wurde als Test-Schiff vorgeschickt, das jedoch die Sperrlinien ohne Aufenthalt passieren konnte. Die US-Navy schickte kein Prisenkommando an Bord, sondern begnügte sich mit einem Funkspruch an den Kapitän, der versicherte, er habe keine Waffen an Bord.
In dieser mit seemännischer Höflichkeit ausgeübten "Quarantäne" spiegelt sich die Tatsache, daß auch die US-Regierung ihr Risiko sehr wohl kalkuliert hat, das sie in der Karibischen See eingehen will.
Die von ihr eingeleitete maritime Operation vermag nämlich
‣ weder die auf Kuba geschaffenen Sowjet-Stützpunkte zu beseitigen
‣ noch das Castro-Regime zu stürzen.
Mit ihrer Seeblockade können die USA nur eines erreichen: Chruschtschow an den Verhandlungstisch bringen.
Ende vergangener Woche waren denn auch die Debatten am Hufeisentisch des Weltsicherheitsrates und die Gespräche in den Wandelgängen des New Yorker Uno-Glaspalastes bereits wichtiger geworden als die Vorgänge auf hoher See.
Und während Amerikas Uno-Chefdelegierter Adlai Stevenson sich noch mit der unlösbaren Aufgabe abmühte, im Rededuell mit seinem sowjetischen Kollegen Walerian Sorin einen Unterschied zwischen sowjetischen Offensiv-Raketen auf Kuba und amerikanischen Defensiv-Raketen in den europäischen Nato-Ländern zu konstruieren, zirkulierte unter den Uno-Delegierten bereits eine Liste jener (defensiven) Raketen-Stützpunkte der Nato, die im Tausch gegen die (offensiven) Raketen der Sowjet-Union auf Kuba von den USA preisgegeben werden könnten. Dazu zählen:
‣ Vier Raketen-Basen in Großbritannien, die mit etwa 60 amerikanischen Thor-Raketen (Reichweite: 2400 Kilometer) bestückt sind;
‣ 30 Jupiter-Raketen (Reichweite: ebenfalls 2400 Kilometer) amerikanischer Herkunft in Italien und
‣ 15 Jupiter-Raketen in der Türkei.
Diese Mittelstrecken-Raketen, deren Atomsprengköpfe sich unter amerikanischem Verschluß befinden, werden noch mit flüssigem Treibstoff angetrieben und stehen in offenen Feuerstellungen. Sie gelten daher als veraltet und sollen in naher Zukunft abgebaut werden. Für die Thor-Raketen ist dafür bereits mit der britischen Regierung ein Zeitpunkt vereinbart: Sie werden im Februar 1963 außer Dienst gestellt.
Ob eine solche Offerte, die das State Department für möglich hält, den russischen Wünschen genügt, bleibt abzuwarten. Westberlin steht jedoch, so versicherten hohe Beamte des amerikanischen Außenministeriums, keinesfalls auf der Liste der Tauschobjekte.
Inzwischen hat die Sowjet-Union dem Wunsche des dabei von 45 blockfreien Nationen unterstützten Uno-Generalsekretärs U Thant entsprochen und sich bereit erklärt, die Waffenlieferungen an Kuba für zwei bis drei Wochen zu unterbrechen.
Die USA hielten ihre Kuba-Blockade aber aufrecht und stimmten nur Vorverhandlungen zu, mit denen Washington ("möglichst ohne Krieg") die Demontage der sowjetischen Raketenbasen auf Kuba erreichen will. Für die Dauer dieser Gespräche vertagte sich der Weltsicherheitsrat.
Damit ist das Spiel mit dem nuklearen Feuer vorerst beendet und Raum für Verhandlungen über den bedrohten Status quo geschaffen. In der 17jährigen Geschichte der Vereinten Nationen hat es, so erklärte U Thant, "niemals eine gefährlichere Konfrontation der beiden Weltmächte gegeben".
* Die US-Bürger wählen am 8. November sämtliche Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 38 der insgesamt 100 Senatoren. Außerdem finden in 35 Staaten Gouverneurswahlen statt.

DER SPIEGEL 44/1962
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