08.11.2004

OBDACHLOSEHerzlose Gemeinden

Immer mehr Kommunen und Landkreise verweigern Obdachlosen die ihnen zustehende Unterstützung, so das Ergebnis einer neuen Studie des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das Spektrum der Verstöße gegen die Vorschriften des Sozialhilferechts sei "weit gespannt und systematisch", rügt Wolfgang Gern, Vorsitzender des Werks in Hessen und Nassau. So würden zahlreiche Kostenträger Obdachlosen oft schon nach drei Tagen Unterbringung jegliche weitere Hilfe vorenthalten, obwohl sie dazu verpflichtet seien. Rund 400 000 Wohnungslose, darunter 100 000 Frauen, leben mittlerweile auf Deutschlands Straßen - Tendenz steigend. Darüber hinaus werden sie immer jünger: In den vergangenen fünf Jahren sank das Durchschnittsalter von rund 45 auf 38 Jahre. Jeder vierte Obdachlose ist unter 28 Jahren. Bei der bundesweiten Untersuchung fielen Gemeinden in Sachsen, im Allgäu und in der Pfalz besonders negativ auf. In Städten wie Berlin, Frankfurt am Main, München und Stuttgart verhielten sich die Behörden dagegen vorbildhaft, ergab die Studie.

DER SPIEGEL 46/2004
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