13.12.2004

USAKein Visum für deutsche Ex-Terroristin

Eine Einreise ehemaliger Mitglieder der "Rote Armee Fraktion" (RAF) in die Vereinigten Staaten wird von dem im März 2003 eingerichteten US-Ministerium für Heimatschutz, "Department of Homeland Security", offenbar verhindert. Astrid Proll, 57, die Anfang der achtziger Jahre als RAF-Randfigur wegen Bankraubs und Urkundenfälschung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war, bemühte sich seit Januar vergebens um ein Visum für die USA, um ihre schwerkranke Mutter Hildegard Proll, 91, in San Francisco zu besuchen. Vor Gründung des Department of Homeland Security hatte die in Berlin lebende Bildredakteurin ihre Mutter, die 1962 auswanderte und in den USA unter anderem als Deutschlehrerin Soldaten der U. S. Army unterrichtete, regelmäßig in Kalifornien getroffen. Dieses Jahr dagegen kündigte die Konsularabteilung der US-Botschaft in Berlin auf Drängen Prolls und einiger Mitglieder der Bundesregierung lediglich an, ihren Einreiseantrag zu überprüfen und ihn gegebenenfalls "voranzutreiben" - ohne Erfolg. Am vorvergangenen Sonntag verstarb Hildegard Proll. Auch zum Begräbnis durfte die Tochter nicht einreisen. Der Fall Proll ist ein weiteres Beispiel für die immer restriktivere Visa-Vergabe der USA: In diesem Jahr bekamen schon der britische Bestsellerautor Ian McEwan und der ebenfalls aus Großbritannien stammende Sänger Cat Stevens keine Einreiseerlaubnis.

DER SPIEGEL 51/2004
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