27.12.2004

RÜSTUNGTeurer Spareffekt

Erhebliche Folgen hat das Scheitern einer "Einsatzprüfung" des bunkerbrechenden Marschflugkörpers "Taurus" für die zum EADS-Konzern gehörende Herstellerfirma. Das Verteidigungsministerium besteht darauf, dass das Unternehmen vor erneuten Probeflügen der Bundeswehr einen "vollen Funktionsnachweis" erbringt - auf eigene Kosten. Womöglich müsse EADS dazu eine Reihe von Flugtests auf dem Erprobungsareal Overberg in Südafrika wiederholen, heißt es im Wehrressort - was einige Millionen Euro kosten könnte. Die Eignungsprüfung Ende vergangenen Monats musste nach Angaben von Fachleuten der Rüstungsabteilung vorzeitig abgebrochen werden, weil EADS in der Hoffnung, die Gewinnmarge des Konzerns bei dem Projekt zu erhöhen, einige Bauteile durch billigeres Material ersetzte. Das habe die Beschaffungsbehörde zwar genehmigt - von EADS sei aber versäumt worden, vor dem Bundeswehr-Test das ordnungsgemäße Zusammenwirken aller Komponenten zu prüfen. Die von der Luftwaffe bestellten 600 "Taurus"-Flugkörper (Stückpreis: fast eine Million Euro) sollen von Trägerflugzeugen wie "Tornado" oder "Eurofighter"starten und bis zu 350 Kilometer entfernte Ziele selbständig ansteuern.

DER SPIEGEL 53/2004
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