27.12.2004

TV-PROGRAMMVon Flops gepflastert

Das Jahr 2004 würde mancher TV-Kreative wohl am liebsten schnell vergessen: Selten zuvor in der deutschen Fernsehgeschichte war das Programm von so vielen Flops gepflastert - und gleichzeitig mit so wenigen Höhepunkten gesegnet. Emsig sind die Sender bemüht, jeden Eindruck von Panik zu zerstreuen: Das sei alles ganz normal, hieß es über das Jahr bei RTL, Sat.1, ProSieben und all den anderen; Sendungen, die beim Publikum durchfielen, gebe es so lange wie das Fernsehen. Peinlich nur, wenn es ausgerechnet die Prestigeprogramme trifft: Da kündigte Sat.1-Chef Roger Schawinski etwa "Anke Late Night" als "wichtigste und prestigeträchtigste Sendung" an, um sie mit zum Schluss 600 000 Zuschauern schnell wieder fallen zu lassen. "Kämpf um Deine Frau!", das angeblich "emotionalste Format des Jahres", versendete sich mit einem Marktanteil von 6,1 Prozent. ProSieben schmiss bei solchen Zahlen "Hire or Fire" schon nach einer Sendung aus dem Programm. Auch Marktführer RTL sendete häufig am Publikum vorbei: Der "Bachelorette" half es nicht mal, sich schon in der ersten Woche in "Bild" zu entblößen. Auch die Schnipsel-Serie "Beauty Queen" kam nicht auf einen scharfen Schnitt. Genauso wie das "Star Duell", "Einsatz für Ellrich" oder "Big Boss". Noch ist nicht zu erkennen, ob es mit dem neuen RTL-Chef Marc Conrad im nächsten Jahr aufwärts geht - der hat immerhin einen Ruf zu verlieren: 2003 wurde er als bester "TV-Produzent Europas" ausgezeichnet.

DER SPIEGEL 53/2004
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