27.12.2004

TV-Vorschau

Auf der Datumsgrenze durch die Südsee
Mittwoch, 21.45 Uhr;
Donnerstag, 22.00 Uhr, ARD
Mit einem Bein im Gestern und dem anderen im Heute stehen - das konnte man auf West-Fidschi lange. Heute liegt der 180. Längengrad, diese Stelle zwischen den Zeiten, im Meer. Man hat ihn verlegt, um die Fidschi-Inseln nicht zu teilen. ARD-Mann Klaus Scherer begab sich auf ein Inselhopping entlang der internationalen Datumsgrenze: von Neuseeland über Tonga und den Äquator bis nach Hawaii. Im Schnelldurchgang lernt der Zuschauer Bewohner der Inseln kennen, schwimmt mit Buckelwalen auf Augenhöhe und fliegt mit über die Grenze, durch die man zwei Tage lang Geburtstag haben oder auch Heiligabend verpassen kann. Auch Umweltprobleme wie den neuen Wohlstandsmüll auf Kiribati spart die zweiteilige Dokumentation nicht aus.
Tatort: Bienzle und der Feuerteufel Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Was zählt mehr: Korpsgeist oder die Aufklärung eines Verbrechens? Die Drehbuchautoren Felix Huby und Dieter de Lazzer beschäftigen sich ausführlich mit dieser Frage. Es geht in dem Krimi um eine Serie von Feueranschlägen, die nach dem gleichen Muster gelegt wurden. Bei einer der Brandstiftungen verbrennt ein Rumäne, der ein Ex-Mitglied der verbrecherischen Securitate war und nun im Westen Schulden eintreibt. Hauptkommissar Bienzle (Dietz-Werner Steck) wandert auf den bekannten Bahnen des wackeren "Tatort"-Schwaben, der sich nicht fürchtet vor der Feuerwehrkameraderie. Gehemmt und schüchtern ist er nur, wenn es um seine Dauerfreundin Hannelore (Rita Russek) geht. Im Dienst tritt er meist mürrisch auf, nur noch selten wird er von den früher so lustigen Schüben kriminalistischer Schlitzohrigkeit gepackt. Nicht zu leugnen: Ganz von Ferne grüßt die Pensionsgrenze, aber zugleich auch die Wehmut des Zuschauers, wenn Bienzles Ruhestand zum Ernstfall würde.
Der Adler - Die Spur des Verbrechens
Sonntag, 22.00 Uhr, ZDF
Die großen TV-Krimiabende sind in diesem Winter anscheinend wieder fest in der Hand der Skandinavier. Wallanders jüngster Nachfolger heißt Hallgrim Hallgrimsson und ist Kriminalist des neuen Europa auf der Jagd nach dem organisierten Verbrechen an den Grenzen der Union. Wie alle großen Ermittler ist er eine gebrochene Persönlichkeit, geplagt von Angstzuständen und dem nahen Tod der Mutter. Doch Familiäres muss der raue Blonde mit dem guten Herzen zurückstellen. Am Flughafen Kopenhagen sterben vier Polizisten, als Unbekannte einen korrupten Politiker befreien. Als islamistischer Terror vermutet wird, beginnt eine hektische Jagd - plötzlich stellt sich heraus, dass alles eine falsche Fährte der russischen Mafia war. Der mitreißende Krimi - erster einer vierteiligen dänischen Reihe - bietet spektakuläre Bilder, rasante Musik und Schauspieler, die so gut aussehen wie die Stars einer kalifornischen Seifenoper. Für "Tatort"-Freunde ein zweischneidiges Vergnügen. Sie werden begeistert sein. Und danach nicht mehr zufrieden mit dem deutschen Produkt.

DER SPIEGEL 53/2004
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