10.01.2005

GEHALTSAFFÄRERWE sieht begründeten Untreue-Verdacht

Vorstände und Aufsichtsräte bei RWE gehen davon aus, dass Mitarbeiter des Konzerns mit den Zahlungen an den damaligen CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer Untreue begangen haben. Bis heute, heißt es aus dem Top-Management, habe der Konzern nicht klären können, mit welcher Begründung Meyer im Juli 2000 rund 160 000 Mark von seinem ehemaligen Arbeitgeber, der VEW AG (inzwischen mit RWE verschmolzen), erhalten hatte. Deshalb gehe man von einem "begründeten Anfangsverdacht" aus. Die Staatsanwaltschaft Dortmund prüft, ob sie - aufgrund der Anzeige einer Privatperson - ein Ermittlungsverfahren in der Sache einleitet. Meyer selbst hatte zunächst behauptet, es habe sich bei der Überweisung um eine Abfindung gehandelt. Im Mai 2000 sei diese fällig geworden, weil er seinen Vertrag ein Jahr zuvor habe ruhen lassen. Als der Betrag jedoch im Juli 2000 überwiesen wurde, war Meyer bereits wieder offiziell für das Unternehmen tätig. Nachdem dies öffentlich bekannt geworden war, räumte Meyer ein, dass es sich bei der Zahlung doch nicht um eine Abfindung gehandelt habe. Wofür er das Geld tatsächlich erhalten hatte, ließ der Politiker offen. RWE erklärte offiziell, die Zahlung sei versehentlich erfolgt und beruhe auf einem Kommunikationsfehler.

DER SPIEGEL 2/2005
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GEHALTSAFFÄRE:
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