10.01.2005

STEUERFAHNDUNGBetrug beim Häuslebau

Eine konsequente Überprüfung der sogenannten Eigenheimzulage für Häuslebauer durch die Finanzbehörden hat dem Fiskus im vergangenen Jahr Millionenerträge gebracht. Üblicherweise wird die Zulage nach einmaligem Antrag acht Jahre lang ohne erneute Prüfung ausbezahlt. Bei einer Familie mit zwei Kindern sind das maximal 22 800 Euro. Fast jeder zweite Bauherr nutzt die Zulage. Steuerfahnder stellen jedoch immer wieder fest, dass manch Eigenheimler längst wieder aus dem trauten Heim ausgezogen war oder es verkauft hatte, die Zulage aber weiterhin kassierte. In anderen Fällen wurden Aus- oder Umbauten zu Neubauten umdeklariert. Allein in Bayern forderten die Fahnder rund 6,2 Millionen Euro zurück. In Nordrhein-Westfalen wurden die Behörden ebenfalls häufig fündig. Niedersachsen setzte sogar eine Sonderermittlergruppe von Steuerfahndern ein. Die prüft seit August vergangenen Jahres zentral für das gesamte Bundesland mit einem speziellen Computerprogramm alle Fälle von Eigenheimzulagen und deckte dabei vielfältige Tricksereien auf. Die Recherchen haben nach Angaben von Gerd Voltmann, Chef der niedersächsischen Truppe, bisher rund 3,8 Millionen Euro eingebracht. "Aber wir rechnen noch mit mehr", sagt er. Indes ging nicht jedes Bundesland möglichen Betrügereien seiner Häuslebauer nach. Baden-Württemberg verzichtete laut einer Sprecherin des Finanzministeriums bisher darauf.

DER SPIEGEL 2/2005
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