10.01.2005

KORRUPTIONDeutsche Bank stoppt Diktatorensohn

Auf Veranlassung der Bochumer Staatsanwaltschaft gelang in der Nacht vom 9. Dezember 2004 eine prominente Verhaftung. Im Swissôtel in Neuss nahm die Polizei Abba Abacha fest. Zusammen mit einem Begleiter hatte der Sohn des nigerianischen Ex-Diktators Sani Abacha zuvor versucht, "das bei der Deutschen Bank in Essen geführte Konto einer Briefkastenfirma, über das er allein verfügungsberechtigt ist, aufzulösen", bestätigt Staatsanwalt Ekkehart Carl. Das Guthaben beläuft sich auf rund 70 000 Euro. Doch das Vorhaben scheiterte. Die Bankiers alarmierten sofort die Behörden. Seither sitzt Abacha in Düsseldorf in Auslieferungshaft. Grundlage der Verhaftung ist ein Rechtshilfeersuchen der Genfer Staatsanwaltschaft, die den Diktatorensohn wegen verschiedener Delikte im Visier hat. Während seiner Herrschaft hatte der korrupte Abacha-Clan mehrere Milliarden Dollar ins Ausland geschafft. Darunter waren auch Gelder deutscher Firmen. Allein aus der Kasse des Essener Ferrostaal-Konzerns flossen im Zusammenhang mit dem Bau einer Aluminiumhütte mehrere hundert Millionen Mark. Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb unter anderem gegen den ehemaligen Geschäftsführer von Ferrostaal.

DER SPIEGEL 2/2005
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