10.01.2005

ENERGIEE.on darf Versorgung kappen

Der norddeutsche Energieversorger E.on-Hanse ist berechtigt, einem Kunden die Heizung abzustellen, der seine Zahlungen reduzierte, um gegen eine 36-prozentige Erhöhung der monatlichen Raten zu protestieren. Dies geht aus dem Urteil eines Hamburger Amtsgerichts hervor, das in der Branche als richtungweisend gilt. E.on-Hanse war durch überdurchschnittliche Preiserhöhungen aufgefallen. Verbraucherschützer hatten jüngst dazu aufgefordert, erhöhte Abschläge nicht zu bezahlen und sich dabei auf den Paragrafen 315 des Bürgerlichen Gesetzbuches zu berufen. Darauf stützte auch der E.on-Hanse-Kunde seine Argumentation und kürzte seine monatlichen Abschläge auf 50 Euro, statt den Sprung von 80 Euro auf 109 Euro zu akzeptieren. Damit sei der Kunde "seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen", urteilte das Gericht. E.on-Hanse, die gegen den Kunden klagte, könne daher von ihm "verlangen, dass dieser den Zutritt zu seiner Wohnung duldet, damit eine Sperrung der Wärme- und Wasserversorgungsanlagen stattfinden kann", so das Gericht in der Urteilsbegründung. Der streitlustige Kunde will nun in Berufung gehen.

DER SPIEGEL 2/2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 2/2005
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

ENERGIE:
E.on darf Versorgung kappen

  • Atommüll-Endlager: Wie Morsleben stillgelegt werden soll
  • Anti-Brexit-Demo: "Ich mache das für meine Kinder"
  • Homosexualität in Uganda: Liebe unter Lebensgefahr
  • Schottische Insel: Der weltweit einzige Strand-Flughafen