10.01.2005

GEWERKSCHAFTENHolding vor dem Ausverkauf

Auf Druck der Finanzaufsichtsbehörde BaFin ziehen die Gewerkschaften bei ihrer Unternehmensholding BGAG die Reißleine. Ende Dezember berief der BGAG-Aufsichtsrat Helmut Balthasar, einen auf Insolvenzen und Sanierungen spezialisierten Anwalt, in den Vorstand. Der hat als Finanzvorstand den Industriekonzern Babcock Borsig in der Insolvenz begleitet, nun soll er die BGAG retten. Offenbar ist die Schieflage bei der Allgemeinen HypothekenBank Rheinboden (AHBR), einer 50-Prozent-Beteiligung der BGAG, größer als bisher bekannt. Die drittgrößte deutsche Hypothekenbank hatte sich mit Zinsgeschäften verspekuliert. Zu diesen noch immer nicht ganz bereinigten Geschäften kommt ein zusätzlicher Wertberichtigungsbedarf bei der Finanzierung von Ostimmobilien, der gerade durch den Prüfungsverband der privaten Banken ermittelt wird. Die BaFin hat, so berichten Insider, von den Gesellschaftern der Hypothekenbank 380 Millionen Euro zusätzliches Kapital eingefordert. Da die BGAG-Gesellschafter, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund und die IG Metall, das Geld nicht aufbringen wollen, soll es nun Balthasar richten. "Es geht um die forcierte Reorganisation der Gruppe", sagt Balthasar. Er will möglichst schnell die Finanzbeteiligungen verkaufen. Dazu zählt neben der AHBR vor allem eine 39,1-Prozent-Beteiligung am Baufinanzierer BHW. "Wir haben jetzt kurzfristige Verkaufsziele", bestätigt Rolf Freyberg, der BGAG-Vorstandschef.

DER SPIEGEL 2/2005
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