10.01.2005

TIERVERSUCHEPanikattacken im Käfig

Labortiere reagieren bereits auf tägliche Routineprozeduren in den Versuchslabors der Forscher mit deutlich messbaren Stresssymptomen. Werden Mäuse oder Ratten am Schwanz aus dem Käfig gehoben oder zur Blutabnahme mit einer Nadel gestochen, beginnt ihr Puls zu rasen und der Blutdruck schießt in die Höhe. Noch bis zu einer Stunde danach, kritisiert der britische Verhaltensforscher Jonathan Balcombe, lassen sich die Reaktionen zweifelsfrei nachweisen. Bisherige Bedenken von Tierschützern hatten sich hauptsächlich gegen invasive Eingriffe bei Versuchstieren, nicht aber gegen die als harmlos geltenden Alltagspraktiken in den Labors gerichtet. "So etwas wie humane Tierexperimente gibt es nicht", erklärt Balcombe. "Angst oder Panik sind unvermeidlich die Folge, wenn ein Tier in die Hand genommen oder mit der Spritze traktiert wird." Da der Stress auch die Immunabwehr der Versuchstiere schwächt und dadurch beispielsweise Tumoren schneller wachsen könnten, stellt sich nach Ansicht des Experten generell die Frage, wie aussagekräftig bei solchen Versuchen gewonnene Studiendaten sind.

DER SPIEGEL 2/2005
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TIERVERSUCHE:
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