10.01.2005

Muammar al-Gaddafi

Muammar al-Gaddafi , 62, auf Aussöhnung mit dem Westen bedachter libyscher Diktator, macht sich offenbar auch nicht mehr allzu viel aus seiner berüchtigten Revolutionsfibel und dem dazugehörigen "Weltzentrum zur Erforschung des 'Grünen Buches'". Das Studienzentrum war vor mehr als 20 Jahren in Tripolis gegründet worden zur Propagierung der Ideen des Libyers, die er in dem schmalen Band zusammengefasst hatte. In dem Grünen Buch finden sich Allgemeinplätze wie: "Ein Mann kann nicht schwanger werden" und politiktheoretische Klügeleien der Art: "Politischer Kampf, bei dem einer der Kandidaten mit 51 Prozent der Stimmen siegt, führt zu einer diktatorischen Herrschaft maskiert als Demokratie, da 49 Prozent der Wählerschaft von einem Herrschaftsinstrument regiert werden, für das sie nicht gestimmt haben. Das ist Diktatur." Das Studienzentrum freilich erhält seit geraumer Zeit kein Geld mehr aus Regierungsquellen. Und auch Gaddafi scheint das Interesse an dem Institut gänzlich verloren zu haben. "Am Anfang kam er oft", berichtet der Leiter des Weltzentrums, Milud Mehadbi, "aber jetzt überhaupt nicht mehr."

DER SPIEGEL 2/2005
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