LUFTPIRATEN „Das wäre unseriös, verehrter Gast“

Zweieinhalb Stunden sprach Kanzleramtsminister Hans-Jürgen Wischnewski, 57, am Mittwoch letzter Woche vom Tower des Kölner Flughafens über Funk mit dem Luftpiraten Raphael Keppel, 30, an Bord der Lufthansa-Boeing „Münster“. Mit jovialer Höflichkeit, vagen Zusagen und erschöpfenden Einzelinformationen gelang es ihm, den Entführer zum Aufgeben zu bewegen. Die Verhandlungskunst von „Pfarrer Wischnewski“ (Helmut Schmidt) verfing gegenüber einem Täter mit bislang einzigartigen Motiven: Der erfolglose Schriftsteller Keppel ("Entführung zur Menschlichkeit") hatte die Veröffentlichung allerlei politischer Forderungen und einen Termin beim Kanzler erzwingen wollen. Der SPIEGEL druckt Auszüge aus dem Funk-Dialog mit Keppel:

DER SPIEGEL 38/1979

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