04.04.2005

TV-Rückblick

Die Super Nanny
30. März, RTL
Dann lieber in aller Würde aussterben - so musste der Zuschauer denken, als ihm im Fernsehen Shanice vorgeführt wurde, ein kleiner Teufelsbraten, der dabei war, seine Mutter und Großmutter in den nervlichen Ruin zu treiben. Das aggressive Mädchen hielt sich an keine Regel, zappelte, tobte und kreischte nach Herzenslust. Wenn jemand für lebenslange Kinderlosigkeit werben wollte, hier hätte er eine Leitfigur. Doch die Göre hatte ihre Rechnung ohne die Wirtin gemacht: Super Nanny Nadja Lydssan, 39. Eher nebenbei erfasste die Kamera die TV-Pädagogin. Sie blickte stumm im Hintergrund, wenn das Kind die Chaos-Queen gab. Aber dann leistete Lydssan ganze Arbeit. Sie entflocht das Oma-Mutter-Erziehungschaos, sie unterband drakonische Maßnahmen gegen das Kind, wie das Herausdrehen der Glühbirne und das Verschließen der Zimmertür zur Schlafenszeit. Dann begann die Zähmung des kindlichen Diktators durch feste Regeln. Erziehung, so zeigt diese RTL-Serie, ist brutal harte Arbeit, sie verlangt große Verhaltensänderungen der Beteiligten. Krimis, Käfigshows und Soaps sind im Vergleich dazu erholsame Kurkonzerte.

DER SPIEGEL 14/2005
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