25.04.2005

LETTLANDDie Fliegen im Bernstein

Russlands Präsident Putin plant den 60. Jahrestag des Kriegsendes als Jubelfeier alter Größe. Doch für die baltischen Staaten war der Tag der Befreiung von den Nazis der Tag der Besetzung durch die Sowjets. Deshalb fordert die lettische Präsidentin ein klärendes Wort zu den Verbrechen Stalins.
Wenn der sowjetische Ministerpräsident Alexej Kossygin das noch erleben könnte: wie jetzt im ersten Stock seiner einstigen Sommerresidenz in Jurmala an der Ostsee über ihn und seinesgleichen geredet wird.
Über die Mitglieder der kommunistischen "Herrenrasse" mit ihren Privilegien. Darüber, wie sie 1944 wieder hierher nach Lettland kamen, um das "Land zu besetzen, seine Bewohner entweder nach Sibirien zu deportieren oder ins Exil zu treiben". Alles unter dem Vorwand, den Faschismus auszurotten. Und dass mit dem Verschweigen sowjetischer Verbrechen nun endlich Schluss sein müsse.
So klingt das bei Vaira Vike-Freiberga, der Präsidentin Lettlands. Außer der Villa am Strand hat sie wenig übernommen vom Sowjetführer Kossygin und seiner Welt. Von null auf hundert in Sekunden hochbrausend, sobald es um die Vergangenheit geht, hält die streng gestriegelte Landesmutter nun Hof im alten Wohnzimmer des KPdSU-Granden - flankiert von einer Burmakatze und einem schwarzweißen Fellknäuel, das auf den Namen Fumi hört.
Die unerschrockene Psychologieprofessorin hat außerhalb Lettlands für Aufsehen gesorgt, seit sie verkündete, an den Mai-Feierlichkeiten in Moskau zum 60. Jahrestag des Kriegsendes nur schweren Herzens teilnehmen zu können: Solange Russland die "Unterwerfung Mittel- und Osteuropas nach dem Krieg" nicht öffentlich bedauere, sei das Land in Sachen Freiheit, Demokratie und Menschenrechte nicht auf Augenhöhe.
Am 9. Mai 2005 wird Wladimir Putin Seite an Seite mit George W. Bush, Gerhard Schröder und 56 weiteren Staats- und Regierungschefs die feierliche Parade zu Ehren der Roten Armee in Moskau abnehmen. Für sie, sagt Vike-Freiberga, sei das nicht nur ein Tag der Freude: "Der Sturz der nationalsozialistischen Macht hat nicht zur Befreiung meines Landes geführt. Vielmehr wurden die drei baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen einer erneuten brutalen Besatzung durch ein anderes ausländisches totalitäres Regime unterworfen - durch die Sowjetunion."
Die Ordnungsrufe der lettischen First Lady platzen wie Blechtrompetenstöße in die Generalprobe eines Kammerorchesters - das offizielle Moskau stimmt sein Volk seit langem feierlich auf den Tag ein, an dem die Führer der Welt auf russischem Boden des Sieges über den Faschismus gedenken wollen. Mehr als 20 Millionen Sowjetbürger ließen im Zweiten Weltkrieg ihr Leben.
Indigniert nimmt Moskau zur Kenntnis, wie die ex-sowjetische Zwergrepublik Lettland, inzwischen EU- und Nato-Mitglied, im Vorfeld für Unruhe sorgt. Die Staatsoberhäupter Estlands und Litauens haben ihre Teilnahme zum Entsetzen des Kreml inzwischen abgesagt. Polens Präsident Alexander Kwasniewski willigte erst nach langem Zögern und mit der Forderung ein, am 9. Mai sollten "Worte der Verurteilung für den Molotow-Ribbentrop-Pakt zu hören sein" - für jenen Vertrag von 1939, in dessen Zusatzprotokoll Stalin und
Hitler das Baltikum und Polen unter sich aufteilten.
Es ist, als wäre da plötzlich eine alte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hochgegangen, ein vergessener Sprengsatz: Die baltischen Staaten waren die einzigen Opfer des Hitlerschen Angriffskriegs, deren Staatlichkeit nach 1945 nicht einmal in eingeschränktem Umfang wieder hergestellt wurde. Die von 1920 bis 1940 unabhängigen Republiken verschwanden komplett und für fast ein halbes Jahrhundert unter dem Dach der Sowjetunion.
Erst seit dem Sieg der "singenden Revolution" 1991, seit dem von den Letten so genannten "dritten Erwachen", das bildhaft in einer Menschenkette vom litauischen Vilnius über Riga bis ins estnische Tallinn seinen Anfang nahm, schreiben die Balten Geschichte aus eigener Sicht. Ihr Blickwinkel unterscheidet sich dabei deutlich von dem der sowjetischen Historiografie.
Europas Tragödien des vergangenen Jahrhunderts sind im Baltikum konserviert wie Fliegen im Bernstein, Miniaturen einer vergangenen Zeit. Die Fragen, ob Tyrannen wie Hitler und Stalin verglichen werden dürfen, ja: müssen, oder was die Einzigartigkeit des Holocaust ausmacht, Muster des deutschen Historikerstreits, kehren im baltischen Selbstfindungsprozess wieder.
Lettland ist im Juni 1940 von sowjetischen Truppen besetzt, im Juni 1941 von Nazi-Deutschland überfallen und schließlich 1945 wieder von sowjetischen Truppen endgültig eingenommen worden. "Befreit" nennen es die Linken, "besetzt" nennen es die Präsidentin und das nationale Lager. Annähernd 100 000 Letten sind im Kampf gestorben, zu beiden Seiten der Front. Die Gräben im Volk sind tief.
Am Morgen des 16. März 2005, Lettlands Erziehungsministerin besucht gerade die israelische Holocaust-Gedenkstätte Jad Waschem, rüsten in der Rigaer Altstadt die "Düna-Habichte" und andere Kriegsveteranen zum rituellen Gedenken. Die letzten Überlebenden der "Lettischen Legion", die unter dem Kommando von Himmlers Waffen-SS dienten, machen sich auf ihren Weg: 69 alte Männer in Zivil, dazu 7 Kriegerwitwen. Um 9.23 Uhr erreichen sie das lettische Freiheitsdenkmal.
"Für Vaterland und Freiheit" steht seit 1935 auf dem Sockel mit der bronzenen Frauenfigur, der Nazi- und Sowjetzeit unbeschädigt überdauert hat. Die Veteranen, die vereinzelt bis zu 150 Euro Rente monatlich aus Deutschland beziehen, legen Kränze nieder. Einige begrüßen sich mit "Heil Hitler" und schimpfen ein wenig über die "Sechseckigen", die Davidstern-Träger, die weiter an der jüdischen Weltverschwörung arbeiteten.
"Lieber in klarem deutschem Wasser ertrinken als in russischer Scheiße, das war unsere Devise", sagt ein alter Untersturmführer, ehe er und die Kameraden in der Rigaer Johannis-Kirche aus dem 13. Jahrhundert den Worten des greisen Legionspfarrers Arveds Celms lauschen. Die Teilung des lettischen Volkes, die dazu führte, dass aus ein und derselben Familie Angehörige auf sowjetischer wie auf deutscher Seite des Kurland-Kessels 1944/45 kämpften, sei weiter lebendig, predigt der Geistliche - "diese Teilung endete nicht am 8. Mai 1945".
Der junge, fesche Raivis Dzintars, schwarzer Mantel, weißer Schal, zählt zu denen, die den Veteranen draußen mit aufgepflanzten lettischen Fahnen ein Spalier gebildet haben. Er ist Vorsitzender der Bewegung "Alles für Lettland", Kommentator der mit 220 000 Lesern auflagenstärksten Zeitung des Landes und zusätzlich
Gastautor einer mit nationalsozialistischem Gedankengut hausierenden Postille.
Am Nachmittag im Dorf Lestene, auf dem Friedhof der Kämpfer von der 15. und 19. Division der Waffen-SS, spricht er im eisigen Schneesturm zu Veteranen und Gesinnungsgenossen: "Nazi-Deutschland hat den Krieg verloren. Aber der Kampf der lettischen Legionäre ist nicht verloren und auch noch nicht beendet." Der Kampf der Letten in Waffen-SS-Uniformen, sagt Dzintars, war der Kampf gegen die russischen Fremdherrscher.
Am Abend sitzt der jungnationale Führer in einer Brasserie der Rigaer Altstadt, den Siegelring mit einem emblematisch nachempfundenen Hakenkreuz am Finger, und spricht vom Vermächtnis der Väter, die den Bolschewiken widerstanden: "Wir sollten lernen zu verstehen, welche Heldentaten diese Leute für ihr Volk vollbracht haben."
Im alten Jüdischen Theater an der Skolas-Straße 6, gleich hinter der Altstadt, klingt das anders. Dort fragt Margers Vestermanis: "Wer hat all die Morde in den ersten zwei Monaten verübt, als die deutsche Polizei noch nicht organisiert war?" 35 000 Juden seien allein in den ersten 100 Tagen nach dem deutschen Einmarsch liquidiert worden, davon gingen 30 000 auf das Konto lettischer Mörder.
Vestermanis, bald 80 Jahre alt und Gründer des Museums der Juden von Lettland, ist einer der letzten knapp 30 Holocaust-Überlebenden, die in Lettland geboren sind und noch heute hier leben. 93 000 Juden zählte die Republik vor dem Krieg, an die 70 000 wurden bis 1945 getötet.
Als Sohn eines Händlers in Riga geboren, spricht Vestermanis die aussterbende Sprache seiner Vorfahren bis heute - "a jiddisches Wertl" hat er für den, der es hören will und versteht. Im freien Lettland 1925 geboren, erlebte er mit 9 den Putsch des ebenso antideutschen wie antisowjetischen Präsidenten Karlis Ulmanis und mit 15 den ersten Einmarsch der Sowjets nach dem Molotow-Ribbentrop-Pakt.
"Wir waren Salonkommunisten und trugen Baskenmützen", sagt Vestermanis über seine Familie. Sie seien noch dann voller Hoffnung gewesen, als das Hausmädchen schon begann, das Tafelporzellan fürs Proletariat zu beschlagnahmen. Am 1. Juli 1941, nach einem Jahr sowjetischer Besatzung, fiel Riga in die Hände der Deutschen.
Bald darauf saß Vestermanis im Ghetto. Er lernte, den Davidstern zu tragen und, wie vorgeschrieben, in der Gosse zu laufen, wurde "Wäiglstäisser", Schubkarrenfahrer, und KZ-Häftling in Kaiserwald. Eltern, Schwester und Bruder starben durch die Erschießungskommandos der SS und ihrer lettischen Handlanger im Kiefern- und Birkenwald von Rumbula. Vestermanis selbst erlebte das Kriegsende als Partisan nahe dem lettischen SS-Lager Dondangen.
Den Vaterländischen Kriegsorden Zweiter Klasse trägt er bis heute jährlich am 9. Mai, dem Jahrestag des Sieges über den Faschismus. Vestermanis sagt: "Ich bin stolz darauf, nicht wehrlos in die Grube gesprungen zu sein."
Als Mitglied der 1998 einberufenen Historikerkommission versucht der alte Herr nun mitzuhelfen, die Grundlagen für das Selbstverständnis der jungen, zweiten lettischen Republik wissenschaftlich zu klären: die Fragen nach der Kollaboration der Letten mit den Nazis, nach ihrer Mitschuld am Holocaust, aber auch nach den Verbrechen der sowjetischen Herrscher. Fragen, die entscheidend sind für das Verhältnis zu den Russen im Land und in Russland, aber auch für die Legitimität der antisowjetischen Breitseiten im Vorfeld der Feiern zum 9. Mai.
Verbürgt ist, dass unter Heinrich Himmlers Kommando Letten ab 1941 als polizeiliche Hilfstruppen dienten, auch als Henker in den Konzentrationslagern, sogar als Wachmannschaften auf dem Weg vom Warschauer Ghetto nach Treblinka oder bei Anti-Partisanen-Aktionen wie dem "Winterzauber". Für die sogenannte Lettische SS-Freiwilligen-Legion, die an der Front kämpfte, und nicht nur an der Heimatfront, wurde erst ab 1943 rekrutiert, nach Stalingrad.
Es gab Massenmörder und stolze Vaterlandsverteidiger unter den Letten, die auf deutscher Seite kämpften, Freiwillige und Zwangsrekrutierte. Und es gab zweifelsfrei viele, die nach dem ersten Jahr sowjetischer Besatzung und den Deportationen nach Sibirien den Einmarsch der Hitleristen für das kleinere Übel hielten. Weil sie befürchteten, was dann, ab 1945, auch eintrat: die "Sowjetisierung" und "Kolonisierung" Lettlands durch Moskau - samt Massenzuzug von Russen, Kollektivierung der bäuerlichen Landwirtschaft und weiteren Deportationen.
Beschrieben ist das im neuen Buch "Lettische Geschichte im 20. Jahrhundert", das die Historikerkommission erarbeitete. Präsidentin Vike-Freiberga hat zwar nur sieben Jahre, als Kind, in Riga gelebt, bevor sie mit ihren Eltern ins kanadische Exil wechselte (von wo sie 1998 in die Heimat zurückkehrte). Aber sie hat ein Vorwort zum Buch geschrieben und es dann auch Präsident Putin geschenkt. In Auschwitz. Am 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Rote Armee. Sie fand das eine gute Idee. Putin fand das überraschend. Er antwortete, schmallippig und auf Deutsch: "Danke schön."
Seither ist das Verhältnis zwischen Letten und Russen endgültig am Boden. Ein Verhältnis, von dem Vike-Freiberga ohnehin
sagt, schlechter könne es kaum noch werden. Seit 1999 gab es kein Treffen mehr auf bilateraler Ebene. Moskau ließ zudem nichts unversucht, der Gegenseite zu unterstellen, sie wolle die einst lettischen Teile des russischen Gouvernements Pskow zurückholen, vor allem die Stadt Pytalowo. Ein Grenzvertrag zwischen beiden Ländern ist deswegen bis heute nicht in Kraft, obwohl er fertig vorliegt. Ihn endlich zu unterzeichnen, hatte der Kreml just für den 10. Mai in Aussicht gestellt, in Moskau, am Rande der russischen Siegesfeiern. Dieses Junktim fanden die Letten empörend.
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im lettischen Parlament, Alexander Kirsteins, hat unlängst angeregt, jenen unter den 30 Prozent Russen in Lettland, die rückkehrwillig seien, mit einem Orchester den Heimmarsch zu blasen. Die Präsidentin findet daran nichts auszusetzen: "Die Russen haben jetzt die Wahl zu schauen, ob sie hier bei uns ihre Kinder aufziehen oder ob sie woanders hingehen wollen. Du kannst ein Pferd zum Wasser führen, aber nicht zum Trinken zwingen."
Es ist, als würden alle Beteiligten nach Kräften Öl ins Feuer gießen. Vike-Freiberga forderte bei Nato-, EU- oder Botschaftertreffen, "die Verbrechen des stalinistischen Regimes in Lettland und anderswo in Mittel- und Osteuropa zu verurteilen". Russlands Botschafter in Riga, Wiktor Kaljuschny, Ex-Vize-Außenminister, erwiderte allen Ernstes, er sehe nicht ein, weshalb Russland für sowjetische Vergehen geradestehen solle: Unter den 44 Mitgliedern des Militärrevolutionären Komitees 1917 seien 38 Juden und 4 Letten gewesen, aber nur ein Russe.
Und der Kreml-nahe Politologe Wjatscheslaw Nikonow drohte unverhohlen denen, die nun vor den Jubiläumsfeiern verstärkt darauf verweisen, dass durch den Molotow-Ribbentrop-Pakt Hitler und Stalin fast zwei Kriegsjahre lang Verbündete gewesen seien: "Moskaus Geduld ist zu Ende. Wir sollten die Balten daran erinnern, dass Russland ein mächtiges Land ist." Nikonow ist der Enkel von Stalins Außenminister Molotow.
Die Nerven in Moskau liegen derzeit blank, weil Putins Bestreben, Russland als Großmacht auf der Weltbühne zu verankern, schon im engsten Einflussbereich scheitert. Auf die Umstürze in den ehemaligen sowjetischen Republiken Georgien, Ukraine und Kirgisien reagierte das Moskauer Außenministerium erst, als es zu spät war. Und auch was die Balten, die Polen und andere Ex-Mitglieder des Warschauer Pakts nun im Vorfeld des 9. Mai fordern, scheint Moskau von hoher Warte aus gering zu schätzen.
Nicht anders ist es zu erklären, dass Wladimir Putin den Molotow-Ribbentrop-Pakt rückwirkend als legitimen Weg der Sowjetunion bezeichnet, ihre "Interessen und Sicherheit an der Westgrenze" zu garantieren. Und dass die darauffolgende Absage des litauischen Präsidenten Valdas Adamkus für die Mai-Feiern in Moskau antilitauische Polemiken zur Folge hatte.
Nicht anders ist es auch zu erklären, dass Außenminister Sergej Lawrow im Februar zum 60. Jahrestag der alliierten Konferenz in Jalta eine Erklärung veröffentlichen lässt, in der es heißt, "Jalta" stehe bis heute für den "Willen, Polen stark, frei, unabhängig und demokratisch" zu machen. Solche Darstellungen stünden für den Willen, "Stalin zu rehabilitieren", poltert daraufhin Polens Außenminister Adam Rotfeld, und Präsident Alexander Kwasniewski spricht von Geschichtsschreibung "jenseits der historischen Wahrheit".
Unter dem Druck der neuen EU-Mitglieder formiert sich nun zunehmend Widerstand gegen Putins Neigung, den antifaschistischen Beitrag der Sowjetunion öffentlich zu feiern, ihre Verbrechen aber totzuschweigen. In der Erklärung der Lettin Vike-Freiberga heißt es, die "beiden totalitären Tyrannen" Hitler und Stalin hätten mit dem Molotow-Ribbentrop-Pakt gemeinsam die Grundlage zu einem "Konflikt ohnegleichen in der Geschichte" geschaffen, zum Zweiten Weltkrieg.
US-Präsident Bush fliegt demonstrativ zum Staatsbesuch am 6. Mai nach Lettland und erst von dort nach Moskau. Großbritanniens Premier Tony Blair und Frankreichs Präsident Jacques Chirac haben die Lettin brieflich bestärkt. Tschechiens Präsident Václav Klaus übermittelte, ihre Position sei "vollkommen richtig". Ein gutes Dutzend weiterer Staats- und Regierungschefs hat Stellung bezogen. Ganz zuletzt und ohne Russland auch nur beim Namen zu nennen, hat Bundeskanzler Gerhard Schröder Verständnis bekundet.
Selbstverständlich werde sie auch feiern im Mai, lässt Vike-Freiberga wissen, aber schon vor dem Abflug nach Moskau. Am 2. Mai den Jahrestag des lettischen Beitritts zur EU 2004. Und am 4. Mai das Jubiläum des Parlamentsbeschlusses über die Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1990.
Diese Termine, so Vike-Freiberga, verkörperten für Lettland "das wirkliche Ende des Zweiten Weltkrieges". WALTER MAYR
Von Walter Mayr

DER SPIEGEL 17/2005
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