„Der Sonnenstaat des Doktor Herold“

Der akademisch gebildete Computerfahnder im Bundeskriminalamt und „der gute alte Polizist mit seinem Knuppel, seinem Tschako und seinem Rechtsdrall“ hätten nur eines gemeinsam: die „Wahnidee der perfekten inneren Sicherheit“; die westdeutsche Bevölkerung, meint der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, unterliege heute „einem Grad von Überwachung“, von dem die Gestapo „nur träumen“ konnte. Warum der elektronische Einbruch in die Privatsphäre -- Thema der letzte Woche abgeschlossenen SPIEGEL-Serie -- von den meisten Bundesbürgern widerstandslos hingenommen wird, untersucht Enzensberger in einem Essay für die Juni-Ausgabe der Zeitschrift „Kursbuch“. Der SPIEGEL veröffentlicht den „unentwegten Versuch, einem New Yorker Publikum die Rückschläge der deutschen Demokratie zu erklären“ (Titel), mit leichten Kürzungen.

DER SPIEGEL 25/1979

Alle Rechte vorbehalten

Vervielfältigung nur mit Genehmigung