23.05.2005

ALKOPOPSIndustrie ernüchtert

Drastisch gesunkene Absatzzahlen der Spirituosenindustrie bestätigen den von der Bundesdrogenbeauftragten Marion Caspers-Merk in der vergangenen Woche gemeldeten Trend, dass sogenannte Alkopops bei Jugendlichen seit Einführung der Sondersteuer zum 2. August 2004 keine Konjunktur mehr haben. Nach Erhebungen des Nürnberger Marktforschungsinstituts Information Resources hat der Lebensmittelhandel (ohne Aldi) im Januar und Februar von den süßen Mixgetränken auf Spirituosenbasis 65 Prozent weniger verkauft als im gleichen Zeitraum 2004. Das Frankfurter Marktforschungsinstitut AC Nielsen ermittelte für die Periode von Juli bis Dezember 2004, also etwa seit Einführung der Sondersteuer, gegenüber dem zweiten Halbjahr 2003 ein Minus von rund 60 Prozent. Entsprechend niedriger fallen auch die Einnahmen aus der Alkopopsteuer aus: Im ersten Quartal 2005 lagen sie bei rund 1,8 Millionen Euro; das Bundesfinanzministerium hat seine Erwartungen für dieses Jahr deshalb von zwölf Millionen auf sieben Millionen Euro reduziert. Unklar ist allerdings, ob Jugendliche nun wirklich auf alkoholfreie Getränke umsteigen, wie Caspers-Merk aufgrund einer Meinungsumfrage glaubt. Nach Nielsen-Angaben hat nämlich im gleichen Zeitraum, in dem der Absatz von spirituosenhaltigen Mischgetränken um 16,5 Millionen Liter sank, der Verkauf von Biermixgetränken um 11,1 Millionen Liter zugelegt. Andere Erhebungen weisen dagegen nur geringe Zuwächse für Biermischungen aus.

DER SPIEGEL 21/2005
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