23.05.2005

KATASTROPHENNordsee gleich Mordsee?

Hochrangige Wissenschaftler wollen am 21. Juni in Hamburg klären, ob Deutschland ein verbessertes Tsunami-Warnsystem für die Nordsee braucht. Die Konferenz geht auf eine Gesprächsrunde im Berliner Kanzleramt zurück, bei der mehrere Bundesminister und der Leiter des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften im Januar den Aufbau eines Warnsystems für Südostasien erörtert hatten. Damals stellte die Runde auch fest, dass es noch zu wenige Erkenntnisse über eine mögliche Bedrohung der deutschen Küsten durch Monsterwellen gibt. Wissenschaftler mehrerer Institute sollten daher berechnen, wie gefährlich Tsunamis an der Nordseeküste wären, etwa nach dem Abrutschen großer Geröllmassen wie vor 8000 Jahren vor der norwegischen Küste. Erste Modellversuche zeigen nun, dass sich eine Flutwelle in der Nordsee erheblich langsamer ausbreiten würde als im Indischen Ozean. Die Vorwarnzeiten betrügen zwischen viereinhalb und sechseinhalb Stunden. Die Höhe der Welle läge vermutlich unter einem Meter. Dennoch könnte es zu erheblichen Überschwemmungen kommen, wenn ähnlich ungünstige Umstände zusammenträfen wie etwa 1976 bei einer Sturmflut in Hamburg. Die Wissenschaftler wollen nun überprüfen, ob die bisherigen Warnsysteme ausreichen.

DER SPIEGEL 21/2005
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KATASTROPHEN:
Nordsee gleich Mordsee?

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