23.05.2005

PUBERTÄTKurze dicke Kindheit

Bei den Kindern der westlichen Welt beginnt die Pubertät immer früher, manchmal sogar schon bei Mädchen, die gerade sieben Jahre alt sind. Seit März untersucht eine von der EU finanzierte Dreijahresstudie mit zwölf auf Europa verteilten Teams das Phänomen. Erste Thesen der "Pionier" genannten Langzeitstudie kommen nun aus Schweden. Olle Söder vom Stockholmer Karolinska Institut glaubt, eine direkte Verbindung zwischen Frühreife und Übergewicht zu erkennen. Er stützt seine These auf zwei Forschungsergebnisse: Babys, die schnell zunehmen, kommen als Kinder meistens frühzeitig in die Pubertät. Zugleich hat die Adoptionsforschung gezeigt, dass ein unterernährtes Kind in einer reicheren Familie früher pubertiert als sein bei der eigenen ärmeren Familie gebliebenes Geschwister. Die frühe Pubertät der Kinder, glaubt Forscher Söder, könne aber auch positive Effekte haben: Da frühreife Mädchen meistens auch früher schwanger werden, könnte es demnächst wieder mehr junge Mütter geben. Für eine überalterte Gesellschaft sei "das doch keine schlechte Nachricht".

DER SPIEGEL 21/2005
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