23.05.2005

KAMPAGNEN„Hürriyet“ bietet „Wutkontrolle“

Erstaunlich friedliebend präsentiert sich dieser Tage die "Hürriyet": Die Deutschland-Ausgabe der türkischen Tageszeitung startet an diesem Sonntag die Aktion "Gegen häusliche Gewalt!". Das konservative Boulevardblatt war zuletzt durch seine Hetze gegen türkischstämmige Frauenrechtlerinnen aufgefallen. Der Berliner Anwältin Seyran Ates, die sich gegen Zwangsehen engagiert, warf "Hürriyet" im März vor, türkische Männer pauschal als Sklavenhalter darzustellen. "Diese Anwältin ist irre geworden", urteilte das Blatt. Nun will "Hürriyet" selbst gegen Gewalt in der Familie aktiv werden: In Info-Bussen sollen Psychologen durch Deutschland ziehen, "Begriffe wie guter oder starker Ehemann" hinterfragen und "Methoden zur Wutkontrolle" erarbeiten. Die Aktion geht auf eine Initiative der türkischen Verlegerfamilie Dogan ("Hürriyet", "Milliyet") zurück, die in der Türkei einen europafreundlichen Kurs verfolgt. Nun soll wohl auch der deutsche Ableger liberalere Töne anschlagen. Vize-Chefredakteur Ayhan Can relativiert: "Gewalt in der Familie ist nicht nur ein Problem der Türken. Das gibt es in jeder Kultur, in jedem Land."

DER SPIEGEL 21/2005
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KAMPAGNEN:
„Hürriyet“ bietet „Wutkontrolle“

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