23.05.2005

TV-Vorschau

Hexenküsse
Montag, 20.15 Uhr, ZDF
Bibi Blocksberg für Erwachsene: Sophie Zauner (Julia Stemberger) ist glücklich mit dem Versicherungsvertreter Herbert (Christian Berkel) verheiratet. Das Leben könnte so schön sein in ihrer kleinen Welt, wäre da nicht dieser ominöse Schluckauf. Den bekommt Sophie immer dann, wenn sie sich ärgert, und er setzt Zauberkräfte frei. Mal hext sie ihrem karrierebesessenen Gatten Warzen ins Gesicht, mal der unfreundlichen Verkäuferin eine Blasenschwäche in den Leib. Johannes Fabrick lässt in dieser Komödie, die er nach dem Roman "Die Eisheilige" von Susanne Mischke geschrieben und inszeniert hat, kaum was aus. Nach Polizeischarmützel, Grillpartydesaster und Ehekrach ist der harmlose Selbstfindungs-Hokuspokus so plötzlich vorbei, wie er begonnen hat. Und, hicks, keiner musste für dieses gnädig schnelle Ende Schluckauf bekommen.
Sternzeichen
Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD
Der smarte Anwalt Alexander (Heikko Deutschmann) ist am Ziel seiner Träume: Er ist glücklich verheiratet, hat zwei nette Kinder und Erfolg im Beruf. Wenn er nun noch einen hochkarätigen Prozess für seine Kanzlei gewinnt, winkt der nächste Karrieresprung. Just in diesem Moment wird sein perfektes kleines Leben durch einen Anruf gestört. Sein geistig behinderter Bruder Fabian (überzeugend: Barnaby Metschurat) muss aus der Klinik abgeholt werden, in die ihn Alexander nach dem frühen Tod ihrer Mutter abgeschoben hat. Wegen Renovierungsarbeiten soll der Junge, von dem nicht einmal Alexanders Familie etwas wusste, vier Wochen lang bei ihm wohnen. Es kommt, was kommen muss: Fabian stellt das Leben seines Bruders auf den Kopf und zeigt ihm schließlich, worauf es wirklich ankommt. Regisseur Peter Patzak macht aus dem nicht allzu neuen Plot (Buch: Stefan Kolditz) ein mal komisches, mal berührendes TV-Drama.
Damals warst du still
Donnerstag, 20.15 Uhr, RTL
Schnörkellos inszeniert (Rainer Matsutani) und schnörkellos gespielt (vor allem Mariele Millowitsch als Kommissarin) wirkt dieser TV-Krimi. Ein undurchsichtiger Psychoguru (Helmut Berger), ein mysteriöser Sonderfahnder (Bernhard Schir), dazu eine Prise Liebelei und unheilvolle DDR-Vergangenheit - ein überzeugender Film.
Tatort: Die schlafende Schöne
Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Wild geigt der schöne Roma Mischa (Aleksandar Jovanovic), bezaubert schaut die Musikprofessorin (Suzanne von Borsody), selig und sündig wälzt sich dann die Dame des Hauses mit dem Bruder des jungen Musikus im Ehebett, der Gatte (Fritz Karl) ahnt nichts. Wir sind in einer Geschichte (Buch und Regie: Dieter Berner), die so rot ist wie das Blut am Tatort und so weich wie Schmäh. Rot, weil der schöne Liebhaber erschossen wird, Schmäh, weil sich so viele viel zu schöne Bilder zeigen und die Stradivari-Geige, "Die schlafende Schöne", wieder und wieder schluchzt. Alles wird dann aber doch bekömmlich: Harald Krassnitzer bringt als Kommissar die notwendige Nüchternheit in diese deutsch-österreichische Produktion.

DER SPIEGEL 21/2005
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