23.05.2005

CHINAKinder als Arbeiter

Chinas Wirtschaftsreform frisst ihre Kinder: Immer mehr Minderjährige unter 16 Jahren verdingen sich als billige Arbeitskräfte in Fabriken und Werkstätten. Hongkonger Gewerkschafter und chinesische Bürgerrechtler entdeckten in letzter Zeit häufig Kinder unter den Wanderarbeitern, die zu niedrigsten Löhnen über zwölf Stunden schuften müssen. Peking verbietet jedoch gesetzlich Arbeit für Kinder unter 16 Jahren. Zuletzt wurde die Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam, als Ende vorigen Jahres fünf Mädchen in einem Fabrikwohnheim an Kohlenmonoxidvergiftung starben. Die Zahl der Kinderarbeiter gilt als Staatsgeheimnis. Fachleute schätzen sie auf zehn Millionen. Um einen Job zu bekommen, zeigen die Minderjährigen nicht selten gefälschte Personalpapiere vor. Häufig schicken auch Dorfschulen als "Praktikanten" getarnte Kinder in die Fabriken, damit sie das Geld für den Unterricht und die Lehrer verdienen.

DER SPIEGEL 21/2005
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