23.05.2005

THEATERDas System Goebbels

Mit der extrabreiten "Führertype" ließ Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels seine Tagebuchaufzeichnungen auf Büttenpapier abtippen: Zehntausende Seiten, die für die Ewigkeit gedacht waren. In der Premiere des Werks "Goebbels" im Berliner Deutschen Theater wollen am Wochenende vier Schauspieler ausgewählte Demagogen-Prosa auf der Bühne vortragen; ganz ohne Ablenkung durch illustrierende Bildeinspielungen. Der Autor und Regisseur Oliver Reese, 41, hat in "Goebbels" diejenigen Stellen zusammengetragen, "bei denen man einfach hinhören muss" - und behauptet, das Projekt stehe im Gegensatz zur aktuellen Welle psychologisierender Filme und TV-Spiele über Nazi-Täter: "Mich interessiert das System Goebbels und nicht der Mensch, der dahinter- steckt." Paradoxerweise stellt sich Goebbels selbst immer wieder mit krudem Pathos und ohne Einsicht die Frage: Warum bin ich so, wie ich bin?

DER SPIEGEL 21/2005
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