23.05.2005

TIEREEin Duft, der Flügel verleiht

Blattläuse haben eine ganz eigene Methode entwickelt, ihren Feinden zu entkommen: Wenn die Tiere zum Beispiel von Marienkäfern angegriffen werden, produzieren sie mehr Nachkommen mit Flügeln - diese können sich dann in die Luft erheben und an einem sichereren Ort niederlassen. Forscher von der Universität und dem Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena stellten fest, dass die Produktion des geflügelten Nachwuchses (bis zu fünf Exemplare pro Tag) offenbar durch einen Alarm-Duftstoff angekurbelt wird, den die attackierten Blattläuse ausstoßen. Die Beta-Farnesen genannte Substanz bewirkt, dass sich die anderen Blattläuse der Kolonie mehr bewegen oder sich sogar vom Blatt fallen lassen. Diese Unruhe, vermuten die Wissenschaftler, löse bei den Tieren dieselben Verhaltensweisen aus, mit denen sie auch auf ein zu schnelles Wachstum ihrer Kolonie reagieren - und geflügelten Nachwuchs zu produzieren gehört mit zu diesem Überbevölkerungsprogramm.

DER SPIEGEL 21/2005
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Ein Duft, der Flügel verleiht