14.08.1978

Fernost-Tripper in München

Bei tripperkranken Touristen, die aus Südostasien oder Westafrika heimkehren, sollte "möglichst sofort" ein Erreger-Test gemacht werden, mahnt die "Münchener Medizinische Wochenschrift" in ihrer jüngsten Ausgabe. Anlaß ist der erste Deutsche -- ein 33 Jahre alter Bayer -, bei dem Gonokokken entdeckt wurden, die gegen Penicillin unempfindlich sind. Im Frühjahr 1976 waren die exotischen Keime erstmals bei einem US-Soldaten registriert worden, der hei einer Prostituierten in Manila Station gemacht hatte. Der bayrische Reisende hatte sich im Februar auf den Philippineninfiziert -- beim Besuch einer Prostituierten in der Stadt Cehu. Mehrmals waren ihm danach Penicillin-Spritzen verabreicht worden. Doch die Symptome -- Juckreiz, Ausfluß, Schmerzen -- waren geblieben. Erst nachdem an der Dermatologischen Universitätsklinik in München der bakteriologische Befund erhoben worden war, konnten die Ärzte gezielt eingreifen -- mir dem Antibiotikum Cefuroxim. "Vier Stunden nach der Injektion war der Patient beschwerdefrei." Bei künftigen Füllen, so das Fazit, solle "besonders intensiv nach Kontaktpersonen gefahndet" werden.

DER SPIEGEL 33/1978
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