01.05.1978

Honeckers Gastgeschenke

Für das Treffen zwischen Bundeskanzler Helmut Schmidt und dem SED-Chef Erich Honecker stellt die DDR Überlegungen über Gastgeschenke an. Da es der SED zu riskant erscheint, das Reisealter, wie von Bonn gewünscht, um fünf Jahre auf 60 Jahre für Männer und 55 Jahre für Frauen zu senken, wäre Ost-Berlin zum Ausgleich bereit, Kindern bis zum Alter von sechs oder acht Jahren Besuchsmöglichkeiten in Westdeutschland einzuräumen. Ferner wird erwogen, einen eigenen DDR-Rentner-Paß zu schaffen, der es den Inhabern gestattet, statt bisher 30 Tage 60 Tage pro Jahr in den Westen zu reisen, ohne vorher jeweils ein Visum beantragen zu müssen. Als Gegenleistung erwartet die DDR weitere Bonner Millionenzahlungen. Die bisher den DDR-Rentnern in der Bundesrepublik gezahlten Beihilfen von durchschnittlich 50 Mark pro Person sollen pauschal an die Staatsbank der DDR überwiesen werden. Außerdem möchte Ost-Berlin von Bonn Ersatz für jene jeweils 15 West-Mark erhalten, die Rentner vor Antritt ihrer Reise in der DDR eintauschen können.

DER SPIEGEL 18/1978
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 18/1978
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Honeckers Gastgeschenke

  • Vor G7-Gipfel in Biarritz: "Die Stadt ist zu einer Festung geworden"
  • Brände im Amazonas: Bolsonaro kündigt Strafen für Brandrodungen an
  • Flaschenpost aus Russland: Nach 50 Jahren in Alaska gefunden
  • Jagdtricks von Delfinen: Die "Hau-drauf-hau-rein"-Technik