01.05.1978

Kleinkunst im Nähseidenschrank

Die Kunst ist im Kasten und nun auch zwischen Buchdeckeln. Sieben Jahre lang hat der Schweizer Herbert Distel bei Künstler-Kollegen um Werke von bescheidenen Formaten nachgesucht, um die in sein "Schubladenmuseum", einen ausgedienten Schrank für Nähseidenspulen zu verstauen. Jetzt sind alle 500 Fächer (je 5,7 mal 4,3 mal 4,8 Zentimeter) voll, und im Berner Benteli Verlag ist ein Katalog dazu erschienen (29 Mark). Manche Zeitgenossen von Johns bis Lichtenstein lieferten, so lehrt das Dokument, einfach Miniaturversionen ihrer Markenzeichen, andere spielten kokett mit dem Museumsthema: Der Ire Ballagh inszenierte sein Kästchen als Galerieraum mit Bildern und Betrachtern, Deutschlands Vostell zapfte dem Museumsgründer Distel Blut ab und betonierte das Fläschchen ein. Natürlich kommt das fertige Museum ins Museum -- ins Kunsthaus Zürich.

DER SPIEGEL 18/1978
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Kleinkunst im Nähseidenschrank

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