01.05.1978

RÜCKSPIEGELDer SPIEGEL berichtete ...

"... in Nr. 50/1977 SCHALLPLATTEN -- GESCHÄFTE MIT NAZI-TÖNEN und HERBERT WEHNER -- MISSBRAUCH MIT DOKUMENTEN über das Geschäft mit Ton-Dokumenten aus der Hitler-Ära. Wehner damals im SPIEGEL: "Wenn allzu geschäftstüchtige in- und ausländische Firmen geschmacklose Angebote unter Ausnutzung juristischer Tricks auf den deutschen Markt bringen, wird sich der Gesetzgeber neu auf deren Abwehr einzustellen haben ... Die Bundestagsfraktion der SPD wird die notwendigen Schritte einleiten."
In der Fragestunde der 85. Sitzung des Deutschen Bundestages berichtete jetzt Familienministerin Antje Huber dem Abgeordneten Wehner auf seine diesbezügliche Frage, der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften seien inzwischen Anträge zur Indizierung von 16 Langspielplatten mit Tondokumenten nationalsozialistischer Propaganda zugegangen.
in Nr. 40/1977 KIRCHE -- SCHIFF BETRETEN über den Versuch der Gewerkschaft Offentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), sich durch eine Klage vor dem Arbeitsgericht ihr Zutrittsrecht auch bei kirchlichen Einrichtungen zu sichern, die sich bislang hinter dem Grundrecht der Religionsfreiheit verschanzte und gewerkschaftliche Arbeit in ihrem Bereich nicht duldete.
In einem Grundsatzurteil hat nun auch das Bundesarbeitsgericht der Klage der ÖTV stattgegeben: Das Recht auf Glaubensfreiheit und die speziellen Rechte der Religionsgemeinschaften stellten die Kirchen nicht "in jeder Hinsicht außerhalb der Verfassung und Gesellschaftsordnung", sofern sie sich "zur Regelung ihrer Angelegenheiten in weltlicher Weise weltlicher Mittel bedienen", insbesondere "Menschen in abhängiger Stellung als Arbeitnehmer beschäftigen".
"... in Nr. 16/1978 ANTISEMITISMUS -- GIGANTISCHES NETZ über den Ludwigshafener Priester und Oberstudienrat Manfred Adler, der in mehreren Veröffentlichungen gegen den "Zionistischen Imperialismus" zu Felde zog, aber dennoch als Religionslehrer an der Gewerblichen Berufsschule II unterrichten durfte.
Nach Veröffentlichung des SPIEGEL-Artikels zog das Bischöfliche Ordinariat Speyer den umstrittenen Geistlichen auf Bitten des rheinland-pfälzischen Kultusministeriums aus dem Schuldienst zurück. Adlers Orden "Vom heiligen Johannes dem Täufer" überlegt nun, wo der Lehrer "intern an einer nicht öffentlichen Stelle" eingesetzt werden kann.

DER SPIEGEL 18/1978
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