12.12.1977

Ford contra Ärzte

Die Kölner Ford AG fühlt sich berufen, zum Nutzen der eigenen Bilanz für eine Kostensenkung im Gesundheitswesen zu kämpfen. Bei einer statistischen Aufarbeitung der Krankmeldungen von Ford-Arbeitern stießen die Rechercheure auf einen merkwürdigen Umstand: Eine bestimmte Gruppe von Ärzten verfuhr mit Krankschreibungen großzügiger als der Durchschnitt. Während die Ärzte im Durchschnitt von 100 Patienten nur 47 mit Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus der Praxis entließen, hatten einige eine Kranken-Quote von 80 bis zu 95 Prozent. Auch die Kölner Kassenärztliche Vereinigung fand das zu hoch und drohte den Vielschreibern hohe Geldstrafen und den Entzug der Kassen-Zulassung an. Seitdem hoffen die Ford-Manager auf einen Rückgang der Krankenquote, die auf 7,5 Prozent aller Beschäftigten geklettert ist. Sie empfehlen ihre Methode auch der Konkurrenz: Bei Opel in Rüsselsheim sind ständig 8,2 Prozent des Personals durch Krankheit verhindert.

DER SPIEGEL 51/1977
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