12.12.1977

Konkurrenz um Mütter und Väter

Eine "Konkurrenz, die ich nur als unlauter bezeichnen kann", sieht Kiepenheuer & Witsch-Verleger Reinhold Neven DuMont in einer Informationsschrift für alleinstehende Mütter und Väter. Die 63 Seiten starke Broschüre "So schaffe ich es allein", von Familienministerin Antje Huber finanziert und mit Geleitwort versehen, wird in 200 000 Exemplaren vom "Verband Alleinstehender Mütter und Väter" in Frankfurt gegen Voreinsendung eines Freiumschlags für nur 40 Pfennig Porto an jeden Interessenten verschickt. Kiepenheuer & Witsch hatte einen 160-Seiten-Band für 12 Mark zum gleichen Thema für Februar 11978 geplant und sieht sich jetzt "gezwungen", dieses Buch "aus dem Programm zu nehmen". In seinem Protestbrief an Frau Huber verwahrt sich Neven Du-Mont dagegen, "daß öffentliche Gelder für Projekte verwandt werden, die privatwirtschaftliche Initiativen blockieren", und fragt an, ob das Familienministerium bereit sei, den seinem Verlag entstandenen "nachweisbaren Schaden auszugleichen". Ministerin Huber: "Über den Brief kann ich nur den Kopf schütteln."

DER SPIEGEL 51/1977
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