12.12.1977

Schlafmittel machen schlaflos

Die meisten modernen Schlafmittel, besonders solche, die Barbitursäure enthalten, schaden weit mehr als sie nützen. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler des "National Institute on Drug Abuse" in Washington, die im Auftrag Präsident Carters untersuchen sollten, "wie der Mißbrauch von Barbituraten und anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten" verhindert werden könne. Bei ein- oder zweimaliger Anwendung, so erläuterte jetzt Institutsleiter Robert L. DuPont, seien die Schlafpillen meist "äußerst wirksam". Aber schon nach etwa zweiwöchigem Dauergebrauch -- bei Schlafmittelbenutzern fast die Regel -- sind die meisten Schlafdrogen nicht nur unwirksam, sondern rufen sogar ihrerseits Schlaflosigkeit hervor. Dr. DuPont fordert seine Kollegen auf -- wenn überhaupt -, nur noch "die sichersten Schlafmittel zu verschreiben", das seien aber "ganz bestimmt nicht Barbiturate" (wie etwa Nembutal, Noctal oder Phanodorm), "aber auch nicht Mittel wie Noludar, Doriden oder Mandrax". Am sichersten, so DuPont, seien derzeit wohl Beruhigungsmittel wie Valium.

DER SPIEGEL 51/1977
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