13.06.2005

KRIMINALITÄTSchutzzölle hinterzogen

Eine Zunahme von Verstößen gegen die "Antidumpingzölle" beklagen die zuständigen Behörden. Weil sich europäische Hersteller durch stetig steigende Billigst-Importe erheblich geschädigt sahen, hatte die EU ab Februar 2001 für bestimmte Produkte aus China Schutzzölle von bis zu 74,4 Prozent festgesetzt. Danach gingen die entsprechenden Einfuhren aus China drastisch zurück. Offenbar aber nur auf dem Papier: Um die Schutzzölle zu umgehen, gaben einige Importeure bei den Behörden mit Hilfe gefälschter Lieferpapiere und Rechnungen nun Vietnam, Pakistan oder Thailand als Herkunftsländer an und hinterzogen dadurch Millionenbeträge. So ermittelt die Zollfahndung Radolfzell unter anderem gegen Verantwortliche zweier baden-württembergischer Unternehmen, die mit Hilfe ihrer ausländischen Partner in großen Mengen Energiesparlampen illegal in die Bundesrepublik eingeführt haben sollen. Anfang April besuchte eine Delegation von Ermittlern aus Schweden, Holland, Deutschland und Frankreich im Auftrag der EU-Kommission die vermeintlichen Herstellerländer Pakistan und Vietnam. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass "Ware nach wie vor in China produziert, in Vietnam umdeklariert und dann über den Containerhafen Hamburg eingeführt wird", sagt ein Zollfahnder.

DER SPIEGEL 24/2005
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KRIMINALITÄT:
Schutzzölle hinterzogen

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