13.06.2005

KROATIENSpiel, Satz, Verlust

Investitionen im EU-Bewerberland Kroatien sind zuweilen hochriskant. Diese Erfahrung machte jetzt auch Goran Ivanisevic, der einstige kroatische Superstar der internationalen Tennisszene. Der Wimbledon-Sieger musste vergangene Woche kroatischen Medien gegenüber einräumen, beträchtliche Summen seines Millionenvermögens - allein die Einnahmen aus Preisgeldern brachten ihm 19,8 Millionen Dollar ein - buchstäblich in den Sand gesetzt zu haben.
Mitschuld an der Finanzmisere trägt wohl auch der Vater des Spitzensportlers, der das Geld seines Sohnes vor allem in riskante Bauvorhaben steckte. Dennoch macht der einstige Tennisprofi ("Mein Vermögen ist versunken wie die ,Titanic'") vor allem die Korruption in seinem Heimatland für die Notlage verantwortlich. "Im Baugeschäft kann man nicht einmal eine Hundehütte errichten", schimpfte Ivanisevic, "ohne jemanden schmieren zu müssen." Die Habgier kroatischer Beamter sei jedenfalls weit verbreitet und die Korruption auf dem Vormarsch, urteilte
Transparency International erst Mitte Mai. "Die Bevölkerung hat das Gefühl, dass Kroatien den Kampf gegen die Korruption verliert", so Zorislav Antun Petrovic, Präsident der kroatischen Transparency-Sektion. Im weltweiten Korruptionsindex findet sich der Adria-Staat, dessen Regierung sehnsüchtig auf den Beginn der Gespräche mit Brüssel über eine EU-Mitgliedschaft wartet, zurzeit auf Rang 67 - noch hinter Bakschischländern wie Kuba und dem afrikanischen Ghana.

DER SPIEGEL 24/2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


  • Trump attackiert eigene Partei: "Die Republikaner müssen härter werden"
  • Konzernchef aus Schweden: "Ich habe einen Chip in meiner linken Hand"
  • Johnson droht Parlament: "Dann muss es Neuwahlen geben"
  • Dänemark: Leuchtturm wird verschoben