13.06.2005

RÜSTUNGLeasing mit Folgen

Amerikas Militär, das seit vielen Jahrzehnten ausschließlich auf atomar getriebene U-Boote setzt, will künftig für einen scheinbar anachronistischen Unterwasserkrieg üben. Nach Ende des Kalten Krieges hat die Supermacht immer häufiger mit potentiellen Gegnern zu tun, die nur konventionell betriebene U-Boote besitzen - wie etwa Iran. Den Seekrieg gegen solche Mächte kann die Navy allerdings - mangels eigener Boote mit herkömmlichem Antrieb - nur noch mit ausländischer Hilfe trainieren. Daher wollen sich die Amerikaner nun das schwedische Diesel-U-Boot HMS "Gotland" ausleihen - samt schwedischer Besatzung. Das Pikante an der ungewöhnlichen Kooperation: Die schwedische Werft Kockums, die den Unterwasserjäger "Gotland" an die U. S. Navy vermieten soll, gehört zur Howaldtswerke-Deutsche-Werft-AG (HDW), dem erfolgreichsten U-Boot-Exporteur der Welt. HDW, Erfinder einer revolutionären konventionellen U-Technik, die wochenlange Tauchfahrten ermöglicht, könnte die Leihgabe aber über kurz oder lang das Geschäft verhageln. Denn der Deal belebt einen alten Glaubenskrieg in der U. S.
Navy neu: Viele US-Experten fordern seit langem den Wiedereinstieg in den Bau konventioneller U-Boote. Sie haben dabei nicht nur den eigenen militärischen Bedarf im Visier, sondern auch den ertragreichen Rüstungsexport, den sich heute Russland, Frankreich und die Kieler HDW teilen.

DER SPIEGEL 24/2005
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RÜSTUNG:
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