13.06.2005

FOTOGRAFIEIm Griff des Präsidenten

Natürlich ist er es nicht. Die Puffbilder mit George W. Bush, Donald Rumsfeld und anderen sind ein satirischer Kommentar des US-Fotografen Larry Fink, 63, der mit früheren Arbeiten schon im New Yorker Museum of Modern Art zu sehen war. So eindeutig die Absicht, so ängstlich die Reaktion amerikanischer Medien, die das 2001 im Auftrag des "New York Times Magazine" als Attacke geplante Projekt "tableaux vivants" nach den Terroranschlägen des 11. September bis heute nicht veröffentlichten. Schrill, bacchantisch und lasziv erinnern die Kompositionen an Bordellbilder der Maler George Grosz, Otto Dix und Max Beckmann, die in den zwanziger Jahren Kriegsgewinnler, Militärs und Deutschnationale karikierten. Die besitzergreifende Geste, mit der das Präsidenten-Double den Busen einer Schönen umgreift, meint der Künstler durchaus metaphorisch "für die US-Außenpolitik", die sich fremdes Territorium einfach nehme. Erstmals in Deutschland werden die Fotos in Mannheim unter dem Titel "Forbidden Pictures" von diesem Donnerstag an bis zum 10. Juli bei den "7. Internationalen Fototagen in Mannheim/Ludwigshafen" zu sehen sein - auf dem größten deutschen Festival der Fotografie stellen 130 Künstler aus.

DER SPIEGEL 24/2005
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Im Griff des Präsidenten

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