13.06.2005

MEDIZINSchauspieler als Simulanten

An der Universität Greifswald werden Medizinstudenten und Schauspielschüler künftig aneinander lernen: die Mediziner die Diagnose und das Patientengespräch - die Theatereleven das glaubhafte Darstellen von Gebrechen aller Art. Schon in den Prüfungen am Ende dieses Semesters sollen Jungschauspieler vom Theater Anklam in der Rolle von Patienten dafür sorgen, dass alle Mediziner im Examen ein standardisiertes Krankheitsbild zum Entschlüsseln bekommen. "Schließlich können wir nicht 20 Prüflinge auf denselben echten Patienten loslassen", sagt Studiendekan Claus-Dieter Heidecke. Anschließend sollen die Simulationspatienten ihre Fähigkeiten auch während des Semesters zur Verfügung stellen. Die Jungmimen sollen zunächst Schlüsselkrankheiten wie Hörsturz, Mittelohrentzündung oder Herzinfarkt vorführen. Nun müssen Heidecke und seine Kollegen aber erst einmal die Schauspielschüler an den gängigen Krankheitsbildern trainieren. "Für die ist das eine echte Herausforderung", sagt Chirurg Heidecke. "Eine Psychose ist sicher darstellerisch das Anspruchsvollste, das kriegen wenige hin. Aber auch der Blinddarmpatient muss entsprechend hochgehen, wenn unser Student ihm in den rechten Unterbauch drückt."

DER SPIEGEL 24/2005
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