13.06.2005

MedienTV-Vorschau

Tschetschenien - Der endlose Krieg
Dienstag, 20.15 Uhr, Phoenix
1994 begann in Tschetschenien ein Krieg, der im Zuge deutsch-russischer Annäherungsversuche gern vergessen wird. Eine 42-jährige Flüchtlingsfrau aus dem Moskauer Untergrund beschreibt ihre Sicht der Dinge: von Stalins Volksdeportationen 1944 bis zum Alltag heutiger Tschetschenen in Moskau. Und der Film erzählt von einer Republik, in der sich Zwölfjährige mit grauen Haaren nicht mehr an den Frieden erinnern können. Ambitioniert und hochaktuell ist diese Dokumentation von Gustavo Cortes Bueno über die Brutalität und Machtversessenheit Moskaus. Sie stellt Häuserruinen und erschossene Gefangene einem "Kalinka" singenden Boris Jelzin gegenüber, der einst für weitgehende Autonomie der Tschetschenen plädierte.
In feindlichen Tiefen
Mittwoch, 20.40 Uhr, Arte
Kalt war der Kalte Krieg wohl höchstens für die Diplomaten. Zwischen Ostsee, Nordpol und Atlantik spielten sich heiße Geschichten ab, wie dieser Dokumentarfilm von Dirk Pohlmann über den U-Boot-Krieg der Supermächte zeigt. Was wie Auszüge aus einem gutgemachten Spionage-Thriller wirkt, war bittere Realität: Ehemalige Spezialtaucher erzählen von verseuchten Kameraden und Stunden der Angst in defekten nuklearbetriebenen U-Booten. Und noch heute ist ungeklärt, ob es russische oder amerikanische U-Boote waren, die 1981 in Schwedens Hoheitsgebiete eindrangen, um den damaligen Ministerpräsidenten und Ost-West-Mittler Olof Palme in Misskredit zu bringen.
Die Spielerin
Freitag, 20.40 Uhr, Arte
Polina (Hannelore Elsner) ist eine aparte Dame, geschieden, lebenslustig, ordentlich bei Kasse - Frau, was willst du mehr? Doch das Unglück im TV-Movie schreitet schnell. Als die Heldin ihr Haupt in dem ihr zugewiesenen Hotelzimmer betten möchte, liegt dort schon ein unbestellter Herr (Erwin Steinhauer). Die sich daraus ergebende Turbulenz hat zwei Ergebnisse: Polina findet den Herrn aufregend, und er erweist sich als merkwürdig. Friedrich, so heißt Polinas Bett-Trouvaille, soll als Anwalt Mandantengelder veruntreut haben - ein Prozess steht an -, und er glaubt an Horoskope. Die Sterne sprechen zum armen Fritz, dass Polinas Gestirne, finanziell gesehen, gut stehen. Also gibt er der Frau 4100 Euro zum Zocken im Kasino. Sie folgt dem Rat des bestirnten Himmels, setzt wie weiland Dostojewskis Großmütterchen stur auf Zero und hat Schwein: Verfünffachung des Einsatzes. Leider wird sie spielsüchtig, und Haus, Vermögen und Vertrauen gehen dahin. Wer weiß, wo alles noch geendet hätte, wäre nicht Friedrichs Unschuld vor Gericht erwiesen worden. Man erkennt, auch Buch und Regie haben auf null Plausibilität gesetzt.
Zwischen Aufbruch und Vollendung: Paul Klee und Bern
Freitag, 22.15 Uhr, Arte
Am 20. Juni öffnet das Zentrum Paul Klee in Bern. Dort in der Nähe war der Jahrhundertkünstler 1879 geboren worden. In Bern wird bald die weltweit größte Sammlung seines Schaffens zu bestaunen sein, rund 4000 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen. Hier finden sich auch andere Zeugnisse des großen Phantasten wie Einritzungen an Hauswänden. Die Dokumentation von Bärbel Walter und Axel Funk zeigt Klees ambivalente Haltung zu seiner Heimatstadt: wie er als Kind ehrfürchtig die Silhouetten der mittelalterlichen Häuser abbildete, aber auch, wie er sich aus der Enge befreite und nach Deutschland übersiedelte.

DER SPIEGEL 24/2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 24/2005
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Medien:
TV-Vorschau

  • Optische Illusionen: Alles höchst verwirrend
  • Queen's Speech: Elizabeth II. verliest Johnsons Pläne
  • Stillgelegtes Kraftwerk: Vier Kühltürme gleichzeitig gesprengt
  • Brexit-Angst auf Rügen: Kein Deal, kein Fisch