13.06.2005

Tony Blair

Tony Blair , 52, britischer Premierminister, verzichtet auf eine Ehrung durch den amerikanischen Kongress. Vor beinahe zwei Jahren entschied Washington, Blair solle die Congressional Gold Medal erhalten für seine Unterstützung der Kriege im Irak und in Afghanistan. Seitdem geht der Briten-Premier jeder Möglichkeit, sie aus der Hand von US-Präsident George W. Bush überreicht zu bekommen, aus dem Weg. Jetzt war es wieder so weit. Blair würgte eine weitere Einladung zur Entgegennahme der Medaille ab, die eine der höchsten Ehrungen ist, welche die USA zu vergeben haben. Ziemlich "kleinlaut", so der "Independent", bestätigte Downing Street, dass Blair - trotz Einladung - bei seinem Washington-Besuch vergangene Woche keine Übergabezeremonie wünschte. Blair nutzte die Reise lieber dazu, um über Klimaerwärmung und Armut in Afrika zu sprechen. Sicher sei, "Fotos von einem vor Bush knienden Blair" ("Independent") wären seinem Image bei den Irak-Kriegs-müden Briten nicht gerade förderlich und würden rebellische Labour-Hinterbänkler nur noch mehr verärgern. So wird Blair wohl erst nach seinem Rückzug aus dem Amt die Medaille entgegennehmen.

DER SPIEGEL 24/2005
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