26.09.1977

Ins Fettnäpfchen

Aus einer mißverständlichen Äußerung von Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Wust hörte ein griechischer Journalist heraus, was er hören wollte: daß die Bundeswehr Griechenland im Fall eines militärischen Konfliktes mit der Türkei unterstützen werde. Die griechische Zeitung "To Vima" hatte Wust vor seiner Griechenland-Reise in der letzten Woche mit der Erklärung zitiert: "Sollte sich das Unwahrscheinliche ereignen, das heißt, daß Griechenland ... sogar von einem Verbündeten angegriffen wird, dann würde Deutschland in der Praxis seine Solidarität mit dem verbündeten Griechenland zeigen." Nach den groß aufgemachten Presseberichten der Athener Zeitungen über Wusts Hilfsbereitschaft zeigte sich der Generalinspekteur "erschrocken" und dementierte: Die Äußerungen sei "in dieser Form weder in Bonn noch in Athen gemacht worden". Für Nato-Partner Türkei ist die Lage jedoch klar. So schrieb die Zeitung "Günaydin", Wust sei "in betrunkenem Zustand" gewesen. Nächsten Monat wird der Generalinspekteur in Ankara zu Gesprächen erwartet.

DER SPIEGEL 40/1977
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