26.09.1977

Giacometti mit Verspätung

"Je mehr ich das Modell betrachtete", notierte der Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti, "um so undurchdringlicher wurde die Schicht zwischen seiner Wirklichkeit und mir." Außerstande, "eine große Figur zu machen", wich er auf Einzelteile (Arm, Hand, Bein) aus, Köpfe gerieten ihm immer winziger, Gestalten schrumpften zu schrundigen Skeletten, die er oft auf überproportionale Sockel stellte. Dieser verbissen-aussichtslose Dialog mit der Realität -- Sartre fand existentialistisches Lebensgefühl darin -- macht Giacometti zu einem Klassiker. ein in Deutschland spät gewürdigter Rang. Elf Jahre nach dem Tod des Künstlers zeigt das Duisburger Lehmbruck-Museum eine erste große Giacometti-Ausstellung.

DER SPIEGEL 40/1977
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