31.10.1977

Friedliche Anti-Welten

Als absolut tödlich galt bislang die Begegnung von Materie mit Antimaterie nicht nur für Science-fiction-Autoren, sondern auch bei den Atomphysikern. 100mal mehr Energie als bei den Verschmelzungsprozessen (Fusion) im Innern der Sonne oder in Wasserstoffbomben würde frei werden, so hatten sie errechnet, wenn Atome aus den beiden Gegenwelten aufeinanderträfen und ihre Massen sich in Strahlungsenergie umwandelten. Daß ein solches Aufeinandertreffen auch friedlich verlaufen kann, hat nun eine Forschergruppe vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg an dem europäischen Teilchenbeschleuniger in Genf nachgewiesen. Bei bestimmten
Beschleunigungsenergien ("Resonanzen"), etwa bei 1939 Millionen Elektronen-Volt, blieben Teilchen und Anti-Teilchen stabil. Sie fliegen "lange nebeneinander, ohne sich auszulöschen". Schließlich trennen sich die Teilchen wieder. Einen Namen haben die Forscher für das Phänomen schon -- "Baryonium" -, eine Erklärung noch nicht.

DER SPIEGEL 45/1977
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