31.10.1977

BERUFLICHESSpiros Simitis, Guntram Palm, Peter Krohn

Spiros Simitis, 43, Ordinarius für Arbeits- und Sozialrecht an der Frankfurter Universität und Favorit von Bundesinnenminister Werner Maihofer für das neugeschaffene Amt des Bundes-Datenschutzbeauftragten, will auf den Posten verzichten. Simitis, gebürtiger Grieche mit deutschem Paß und seit 1975 ehrenamtlicher Datenschutzbeauftragter in Hessen, ist mit der personellen Ausstattung seines Ressorts (acht Beamte, fünf Angestellte, zwei Arbeiter) nicht einverstanden. Schon vorher hatte es Auseinandersetzungen um die Anstellung des parteilosen Juristen gegeben: Zunächst wollte Simitis -- unvereinbar mit dem Datenschutzgesetz -- seinen Lehrauftrag an der Frankfurter Universität beibehalten oder aber die vorgesehene Besoldung (B 9, Grundgehalt 7333,46 Mark) um rund 50 Prozent aufgestockt haben. Dann berichtete die Bonner "Welt", der in Athen lebende Simitis-Bruder Konstantin unterhalte Kontakte zur DDR -- er sei dort Geschäftsführer der Filmproduktionsfirma "Original Wolfen" (Orwo) und Rechtsberater der Ost-Berliner Außenhandelsvertretung. Dies wurde jedoch dementiert.
Guntram Palm, 46, bislang Staatssekretär im baden-württembergischen Innenministerium und dort vor allem für Landesplanung und Wohnungsbau zuständig, rückt für den nach dem Stammheim-Skandal demissionierten Justizminister Traugott Bender in Hans Filbingers CDU-Kabinett ein. Der frühere FDP-Landtagsabgeordnete (1964 bis 1972) und Oberbürgermeister von Fellbach (1966 bis 1976) war als Rechtsanwalt zeitweilig in der Kanzlei des liberalen Altministerpräsidenten Reinhold Maier beschäftigt, den Palm als seinen politischen Ziehvater angibt. Auch nach seinem Wechsel zur CDU 1975, der ihm jetzt honoriert wurde, hält sich Palm für einen "Liberalen schwäbischer Wurzel". Die CDU-Landtagsfraktion hatte zwar Leute aus den eigenen Reihen für den Posten favorisiert, akzeptierte dann aber Filbingers Entscheidung für Palm, der kein Parlamentsmandat hat.
Peter Krohn, 45, Generalmanager beim Fußball-Bundesligaklub Hamburger SV, bat am Donnerstag vergangener Woche vorzeitig um Auflösung seines Vertrages (Jahresverdienst: rund 300 000 Mark). Krohn stolperte über Trainer Rudi Gutendorf, 51, den er im letzten April gegen den Willen des HSV-Präsidiums eingestellt hatte. "Wir sind das Traumpaar des deutschen Fußballs", schwelgte Krohn damals über den "kongenialen Partner". Doch dann verlor Meisterschaftsfavorit HSV immer häufiger. Nun forderte Krohn, wieder gegen den Willen des Präsidiums, Gutendorfs Entlassung. Letzten Donnerstag trennte sich der HSV von beiden.

DER SPIEGEL 45/1977
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BERUFLICHES:
Spiros Simitis, Guntram Palm, Peter Krohn

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